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Zerlegbares Modell des Diesel-Motors / von Adolf Richter
Entstehung
Seite
4
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Die Schwungradwelle treibt durch ein konisches Zahnräderpaar (71 und 72),die nach oben gehende Welle (70), die ihrerseits durch ein zweites konisches Zahn-räderpaar (68 und 67) die horizontale, in den zwei Lagern (66) ruhende Steuer-welle (64) in Umdrehung versetzt. Diese zwei Lager werden von zwei an denCylindern angegossenen und zu Lagerböcken ausgebildeten Armen (65) getragen. Dievertikale Antriebswelle (70) ruht ebenfalls in zwei Lagern (69 und 73), von denendas obere mit dem Flansch (75) an den Arm (65) und das untere (eigentlich einFußlager) mit dem Flansch (74) an die Grundplatte (4) angeschraubt ist.

Auf der Steuerwelle (64) sitzen fünf unrunde Scheiben (33, 34, 41, 60 und62), welche im richtigen Augenblick vier im Deckel (26) des Cylinders befindlicheVentile öffnen und schließen. Der gußeiserne Deckel (26) des Cylinders besitzt dreivertikale und eine horizontale konische Öffnungen, in welche die Bentilgehäuse (27,36, 43 und 56) genau hineinpassen. Die Ventilgehäuse sind von einander getrennt,mit Flanschen versehen und durch je zwei Schrauben an den Cylinderdeckel ange-schraubt, der seinerseits am Cylinder durch sechs starke Bolzen befestigt ist. Vonden vier Ventilen sind drei: das Einlaßventil (27), das Petroleumventil (36) (imallgemeinen das Brennstoffventil) und das Auspuffventil (ö6), während des Betriebesin Thätigkeit und werden entsprechend durch die unrunden Scheiben (33, 41 und62) gesteuert. Das Ventil (43), ein Lusteinlaßventil, ist nur während des An-lassens des Motors, gleichzeitig aber auch das Auspuffventil (56) in Thätigkeit;ersteres wird durch die Scheibe (34), letzteres durch die Scheibe (62) gesteuert; diebeiden anderen Ventile sind während dieser Periode ausgerückt.

Was die konstruktiven Details anbetrifft, so ist zu bemerken, daß das Einlaß-und das Auspuffventil dieselbe Konstruktion besitzen. Das Gehäuse (27) des Ein-laßventils (im Modell im Schnitt dargestellt) trägt einen angegossenen Arm (28),in dessen gabelförmigem Ende der Steuerhebel (31) drehbar gelagert ist; der rechteArm dieses Hebels trägt eine kleine Rolle (32), welche auf der unrunden Scheibe(33) rollt, der linke Arm dagegen ist mit dem Bolzen (29) verbunden, an dessenunterem Ende das Ventil selbst befestigt ist. Durch die Nase der unrunden Scheibe(33) wird der rechte Hebelarm gehoben und das Ventil geöffnet, durch den Druckder in dem Ventilgehäuse angebrachten Spiralfeder wird das Ventil in die ursprüng-liche Lage zurückgeführt. Die Stopfbüchse (30), welche für den Bolzen (29) alsobere Führung dient, schließt das Gehäuse vollkommen dicht ab. Beim Auspuff-

ventil, welches im Modell nur in der äußeren Ansicht dargestellt ist, finden wirdieselben Teile wie beim Einlaßventil: das Gehäuse (56) mit dem Arm (57) undden Steuerhebel (58) mit der Rolle (59), welche auf der unrunden Scheibe (60)rollt und durch deren Nase (61) gehoben wird.

Das Gehäuse (36) des Petroleumventils besitzt ebenfalls einen angegossenenArm (37), in dessen gegabeltem Ende der Steuerwinkelhebel (39) drehbar gelagertist. Der rechte Hebelarm gleitet auf der Scheibe (41), der linke steht mit der Düsen-nadel (38) in Verbindung. Letztere wird durch die Nase (42) gehoben, wodurch dieDüsenöffnung freigegeben ist, um alsdann durch die am Arm (37) befestigte Blatt-feder herabgedrückt zu werden. Das Petroleum wird durch eine im Modell weg-gelassene kleine Petroleumpumpe und durch das Rohr (55) zugeführt und mit Hilfekomprimierter Luft, welche durch das Rohr (50) zugeführt wird, in den Cylinderhineingeblasen. Die beiden Rohre (50 und 55) find durch je eine Stopfbüchse(51) festgehalten und abgedichtet. Die kleine Petroleumpumpe wird durch eine Ex-centerscheibe angetrieben, welche auf der Steuerwelle oder auf der Schwungradwellesich befinden kann.

Auch das Gehäuse (43) des Lufteinlaßventils besitzt einen gabelförmigen Arm(44), welcher den Hebel (46) umfaßt; das untere Ende desselben ist mit einemBolzen (45) verbunden, der an seinem Ende ein kleines Ventil trägt, das obereEnde steht durch die Zugstange (48) mit einem Arm des Winkelhebels (49) in Ver-bindung, während der andere Arm unter Vermittelung der Rolle (53) während derAnlaßperiode auf der Scheibe (34) ruht. Durch die Nase (54) wird das Ventilgeöffnet und durch den Druck der Spiralfeder geschlossen. Wie bei den anderenVentilen ist auch hier eine Stopfbüchse vorhanden, welche das Innere des Ventil-gehäuses luftdicht abschließt und zugleich als Führung für den Ventilbolzen (45) dient.

Die schon erwähnten fünf unrunden Scheiben (33, 34, 41, 60 und 62), welcheauf der Steuerwelle sitzen, sind auf einer langen gemeinsamen Nabe befestigt, dieihrerseits mit der Steuerwelle durch Feder und Nut verbunden ist. Die Scheibenbleiben demnach in ihrer gegenseitigen Lage unverändert und können mit der Nabeauf der Welle verschoben werden. Letzteres geschieht mit Hilfe des Hebels (78), deran dem oberen Flansch (79) des Cylinders drehbar befestigt ist und mit einemkleinen Zapfen (80) in einen Ausschnitt (81) der Nabe zwischen den Scheiben (34und 41) eingreift.