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Zerlegbares Modell des Diesel-Motors / von Adolf Richter
Entstehung
Seite
5
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In der normalen Lage (d. h. während des Betriebes) ruhen die Hebel (31,39 und 88) auf den Scheiben (33, 41 und 60). Beim Anlassen des Motorswird der Handgriff des Hebels (78) nach vorn gezogen, das Scheibensystem wirddadurch nach hinten verschoben, und es kommen die Hebel (49 und 58) mit denScheiben (34 und 62) in Berührung, während die drei anderen Scheiben ausge-rückt find. Wird der Hebel (78) losgelassen, so geht die Nabe unter Einwirkungeiner Spiralfeder, welche auf der Steuerwelle sitzt und sich gegen das Hintere Lager(66) stützt, in ihre normale Lage zurück. Damit die Scheiben im gewollten Augen-blick überspringen, kann dies nur dann stattfinden, wenn ein besonders hierfür vor-gesehener Ausschnitt (82) in der Nabe des Scheibensystems vor den Riegel (83) tritt.

Das Innere des Petroleumventils (36) steht durch das Rohr (50) mit demJnneuraum des Luftventils (43) in Verbindung, welches seinerseits durch dieRohre (52 und 95) mit der Luftpumpe (92) (Kompressionscylinder), bezw. miteinem in der Tafel weggelassenen Behälter für komprimierte Luft verbunden ist.Der Zweck der Luftpumpe ist, diesen Behälter mit komprimierter Luft gefülltzu erhalten.

Das Gestell (3) des Motors besitzt auf der liuken Seite eine cylindrischeErweiterung (84), in welche der Cylinder (92) der Luftpumpe derart eingebaut ist,daß zwischen dessen Wänden und denjenigen des Gestelles ein Zwischenraum ent-steht, der mit dem Wassermantel (2) des Cylinders (I) durch einen Kanal verbundenist. Auf diese Weise ist auch der Kompressionscylinder mit einem Wassermantelversehen. Das Kühlwasser tritt durch ein Rohr in den oberen Teil des Raumes (2)ein und strömt durch die Öffnung (85) aus. Die Luftpumpe besitzt einen hohlenPlungerkolben (86), der durch die Schubstange (87), zwei Hebel (90) und zweiLenker (91) von der Schubstange (15) angetrieben wird. Die beiden Hebel (90),welche in dem an das Gestell (3) angegossenen Auge (98) drehbar gelagert sind,tragen in der Mitte einen Zapfen (89), der von dem Schubstangenkopf (88) unterVermittelung einer Kompositionsbüchse umgefaßt wird. Die mit diesen Hebeln inVerbindung stehenden zwei Lenker (91) sind an der Schubstange (15) drehbar be-festigt. Die Anwendung von Doppelhebeln und. Doppellenkern hat in Anbetrachtder hier auftretenden hohen Drücke den Zweck, eine ungleichmäßige (excentrische) Be-anspruchung der einzelnen Teile zu vermeiden. Der Deckel (93) des Kompressions-cylinders, der mit dem Cylinder in einem Stück gegossen ist, besitzt ein Druck-

ventil (94), welches das Entweichen der komprimierten Luft aus dem Behälterverhindert.

Es ist noch zu bemerken, daß für die Schmierung der Meitflächen (97) unddes Kreuzkopfzapfens am Gestell zwei Schmierölgefäße (24) angebracht sind, von woaus das Öl durch dünne Messingröhren (in der Tafel weggelassen) verteilt wird.Auch die beiden Wellenlager (22) sind mit je einem Schmiergefäß (23) ausgestattet.Unterhalb des Cylinders befindet sich ferner ein Messinggefäß (96), in welches dasvon den Cylinderwänden abfließende Öl gesammelt, alsdann filtriert und später zurSchmierung anderer weniger empfindlicher Maschinenteile verwendet wird.

Nachdem die wichtigsten Bestandteile des Motors beschrieben worden sind,gehen wir zur Erläuterung der Wirkungsweise desselben über. Der Vorgang imCylinder vollzieht sich im Viertakt, und zwar in folgender Weise:

1. Abwärtsgang des Kolbens (9), hervorgerufen durch die aus vorhergehendenArbeitshüben angesammelte lebendige Kraft des Schwungrades (100). Dabei wirdatmosphärische Luft durch das offene Einlaßventil (27) und die Öffnung 35 imDeckel (26) in den Cylinder (1) gesaugt.

2. Aufwärtsgang des Kolbens, immer noch durch angesammelte lebendige Kraftdes Schwungrades und bei nunmehr geschlossenem Einlaßventil (27). Dabei wirddie vorher angesaugte Luft komprimiert, und zwar auf so hohe Drücke, daß dieTemperatur, bei der die spätere Verbrennung stattfinden soll, lediglich durch dieseKompression entsteht. Dieser Kompressionsdruck ist durch die vorgeschriebene Ver-brennungstemperatur unzweideutig bestimmt und beträgt für Petroleum 35 bis40 Atmosphären; er wird durch den Kolben (9) hergestellt, der in seiner oberstenStellung die angesaugte Luftmenge auf die vorgeschriebene Temperatur gepreßt hat.

3. Zweiter Abwärtsgang des Kolbens oder eigentlicher Arbeitsgang. MitBeginn dieses Hubes wird durch die Nase (42) das Petroleumventil (36) geöffnetund das Petroleum mit Hilfe komprimierter Luft in den Cylinder hineingeblasen,wo es sich infolge der dort herrschenden hohen Temperatur von selbst entzündet.Der Druck der Luft, welche zum Einblasen des Petroleums verwendet wird, mußselbstverständlich höher sein als der höchste Kompressionsdruck im Cylinder. Diesekomprimierte Luft wird durch die Luftpumpe (92) erzeugt und dem schon erwähntenBehälter zugeführt, von wo aus dieselbe durch die Röhren (95, 52 und 50)zum Petroleumventil gelangt. Nachdem der Kolben einen Teil seines Hubes zurück-