Plattner. 229
Maschine. — Berl. Nachr. v. St. u. gel. S. 1818.Nro. 133-
Pllattirte Waaren, s. Silberplatkirte Waaren.
Platrner, kommen in Nürnberg schon 1334 vor. — Kl.
> Ehron. Nürnb. 15.
Pluderhosen sz B. Z85). Da auch andere Theologenaußer dem Muskulus diese Art von Hosen zu großund zu geräumig fanden, so machten sie mit ihm gemein-schaftliche Sache, und erklärten sie von heiliger Stättefür eine sündliche und unchristliche Mode, brachten esauch bei der weltlichen Obrigkeit dahin, daß sie theils ver-boten, theils enger eingeschränkt wurden. In der Preu-ßischen Landordnung (Fol. 52. b) wird dem Adelanbefohlen, sich der unchristlichen, unmäßigen Hosen zuenthalten. — In der Rostocker Kleiderordnungvon 1585 wird den Geschlechtern oder Üblichen aufgege-ben, daß ihre Hosen sollten zum höchsten nur mit 12oder 14 Ellen Grofgrün oder Karteke, oder mit eben soviel seidenem Tast durchzogen seyn. .In Dänemark ,wo man zu Hosen nicht mehr als 80 Ellen Kartek nahm,wurden sie verboten, und befahl der König, sie ohne Un-terschied der Personen, am Leibe dessen, der sie trüge, zuzerschneiden, um die Mode gänzlich auszurotten, Kuhr-fürst Joachim H. von Brandenburg war besonders sehrwider diese Mode aufgebracht, und ließ einem von Adel,der Sonntags mit seinen Pluderhosen in die Domkirchegehen wollte, oben den Gurt an verschiedenen Stellenaufschneiden, daß die Hosen herunterfielen, und er mußteunter Gelächter der Zuschauer im bloßen Hemde nachHause gehen. Aber demohnerachtet hielten sich die Plu-
derhosen noch lange, bis die Geistlichkeit mit dem Teu-fel dazwischen fuhr, wie solches sehr erbaulich in der, dreimal ausgelegten Predigt des Superintendenten Mus-