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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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ihm. Die Menge aber brüllte:Kreuzigeihn,Kreuzigeihn! Spricht Pilatus : Soll ich euren König kreuzigen?Die Hohepriester aber rufen: Wir haben keinen König alsden Kaiser. Lässest du diesen los, so bist du nicht des KaisersFreund.

Als Pilatus sah, das; er nichts ausrichtete, der Lärmvielmehr größer wurde, nahm er Wasser, wusch die Händevor dem Volk und sprach : Ich bin unschuldig an dem Blutedieses Gerechten; sehet ihr zu! Da rief das ganze Volk:Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!

67. Die Kreuzigung. (104)

Nun befahl Pilatus , daß Jesus gekreuzigt würde. Manführte ihn hinaus nach Golgatha, das heißt Schädelstätte.Er trug sein Kreuz selbst. AIs er aber unter seiner Lastzusammenbrach, zwangen die Kriegsknechte einen Vorüber-gehenden, namens Simon von Cyrene , daß er ihm das Kreuztrage. Ein großer Haufen Volks folgte ihm nach und dieWeiber klagten und jammerten. Jesus aber wandte sich zuihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem , weinet nichtüber mich, sondern über euch und eure Kinder. Denn siehe,es wird die Zeit kommen, da man sagen wird zu den Bergen:Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn soman das tut am grünen Holze, was will am dürren werden?

Als sie nach Golgatha kamen, gaben ihm die KriegsknechteWein mit Myrrhen zu trinken, er aber wies den Trank vonsich. Darnach schlugen sie ihn ans Kreuz und mit ihm zweiÜbeltäter, einen zur Rechten, einen zur Linken. Pilatus schrieb eine Überschrift und nagelte sie ans Kreuz; die heißt:Jesus von Nazareth , der Juden König. Dasprachen die Hohepriester: Schreibe nicht: Der Juden König,sondern daß er gesagt habe: Ich bin der König der Juden.Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich ge-schrieben.