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schlief ich ruhig. Beil und Säge verschafften mir immer,was ich brauchte und nach der Mahlzeit der Reichen warich nicht lüstern. Sollte ich wieder aufkommen, so arbeite ichwieder und preise Gott, der mir ausgeholfen hat." —
„Wenn ihr euch so glücklich fühlet, so kommt es euch wohlsauer an, jetzt dem Rufe Gottes zu folgen und zu sterben?"
„Nein, ich bleibe oder gehe, wie er will. Ich weiß ebensogut zu leben als zu sterbe n. Ich will nichts anderes, alsGott will, weil ich weiß, daß sein Wille allezeit gut ist und erwird mir den letzten Kampf nicht allzuschwer werden lassen."
So sprach der arme Holzhauer und schied mit stiller Er-gebung aus diesem Leben. (Elarner Lehrmittel.)
75. Gefahren des Reichtums. (124)
Unterwegs kam einer, kniete vor Jesu nieder und sagte:Guter Meister, was mutz ich tun, datz ich das ewige Lebenererbe? Jesus aber antwortete: Was nennst du mich gut?Niemand ist gut, als einer — Gott. Die Gebote weißt du:Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nichtstehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis reden, du sollst nichtsvorenthalten, ehre deinen Vater und deine Mutter. Er abersprach, das habe ich alles gehalten von Jugend auf. Jesusaber blickte ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm:Eines fehlt dir: Gehe hin, verkaufe alles, was du hast undgib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel habenund komm und folge mir nach! Jener aber ward betrübtüber die Rede und ging traurig davon; denn er hatte vieleGüter.
Jesus blickte umher und sagte zu seinen Jüngern: Wieschwer ist es für die Reichen, ins Reich Gottes einzugehen! Esist leichter, datz ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als datzein Reicher in das Reich Gottes eingehe. Sie aber entsetztensich über alle Matzen und fragten: Wer kann denn selig wer-den? — Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nichtbei Gott, bei dem alle Dinge möglich sind.