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zu Hause gewesen waren und ihm auch jetzt die höchsten Ehrenhätten zuteil werden lassen. Im Rate Berns befahlen seineGegner; er aber bezwäng seinen Groll und pflanzte aufMurtens Zinne sein Banner auf. „Wartet ruhig die Eidge-nossen ab; wir werden Murten halten bis zum Tod," schrieber nach Bern .
Es ist stets ein Zeugnis großer Tapferkeit und Auf-opferungsfähigkeit, wenn ein Führer an der Spitze einerkleinen Schar einem übermächtigen Feinde gegenüber einenverlorenen Posten halten will. Unendlich mehr Ausdauerund Seelenstärke aber bedarf es, um mit einer eingeschüchtertenBesatzung, inmitten von wehklagenden Weibern und Kindern,ohne Aussicht auf nahen Entsatz, mit Entschlossenheit undEottvertrauen in einem belagerten Platze standhaft auszu-harren. Bubenberg tats und zeigte seine Tugenden in ihremhellsten Lichte. Zehn lange Tage Hielt er sich mit seinen paarKriegern gegen des Herzogs stolze Mächt und ob auch keineMöglichkeit der Rettung schien, schrieb er unverzagt nachBern : „So lang in uns eine Ader lebt, gibt keiner nach!"und hielt aus bis der Entsatz kam.
So hat dieser so vielfach angefeindete Mann ein herrlichesVorbild wahrer Treue und Pflichterfüllung mit Hintansetzungeigener Wünsche und persönlichen Grolles gegeben.
155. Gebet fürs Vaterland. ( 179 )
Vaterland, ruh' in Gottes Hand!
Wenn wir deinen Namen nennen, wird das Herz so frohentzückt,
Wenn wir deinen Wert erkennen, fühlen wir uns hoch beglückt.Schütze Gott dich vor Not, ruh' in seiner Hand, teuresVaterland!
Fried' und Ruh', wende Gott dir zu!
Nur auf milden Friedensauen kann, o Volk, dein Glückerblüh'n;
Nur in hohem Eottvertrauen krönet Segen dein Bemüh'n.