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Was ziehst du verzweifelnd die Hand von dem Pflug?Was rufst du verzagend: Genug, Herr, genug?
Noch lebet dein Gott und noch will er zum FlugDem Adler die alternden Schwingen
Verjüngen! —
Und Elias tritt in der Höhle Tor:
Da naht es in finstern Gewittern,
Die Winde, sie heulen in grausigem Chor,
Und des Horeb Eichen zersplittern;
Doch nicht in dem Winde, der Eichen zerreißt,
Und nicht in dem Sturme, der Felsen zerschmeißt,Erscheint der lebendige, schaffende Geist,
Sie müssen sein Nahen nur künden
Und schwinden. —
Und horch! Da beginnt's in der Erde SchlundUnheimlich zu leben und weben,
Es taumeln die Felsen, es wanket der Grund,
Des Erdballs Achsen erbeben;
Doch ob ihm zu Füßen der Abgrund klafftUnd ob ihn im Sturze der Berg mitrafft:
Elias beharret in ruhiger Kraft,
Ihn können die Felsen bedecken,
Nicht schrecken! —
Da rötet unheimlicher WetterscheinDas finstere Felsengemäuer,
In purpurnem Glänze strahlet der Hain,
Der Himmel in loderndem Feuer;
Doch von Blitzen umzuckt und von Donnern umhüllt,Mit flatternden Locken, vom Mantel umwallt,
Steht aufrecht und hoch des Propheten Gestalt,
Und sterbend sinken die Flammen
Zusammen. —
Und Gottes Sterne, so mild und so klar,
Erscheinen am himmlischen Bogen,
Und über die Berge kommt's wunderbar