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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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Was ziehst du verzweifelnd die Hand von dem Pflug?Was rufst du verzagend: Genug, Herr, genug?

Noch lebet dein Gott und noch will er zum FlugDem Adler die alternden Schwingen

Verjüngen!

Und Elias tritt in der Höhle Tor:

Da naht es in finstern Gewittern,

Die Winde, sie heulen in grausigem Chor,

Und des Horeb Eichen zersplittern;

Doch nicht in dem Winde, der Eichen zerreißt,

Und nicht in dem Sturme, der Felsen zerschmeißt,Erscheint der lebendige, schaffende Geist,

Sie müssen sein Nahen nur künden

Und schwinden.

Und horch! Da beginnt's in der Erde SchlundUnheimlich zu leben und weben,

Es taumeln die Felsen, es wanket der Grund,

Des Erdballs Achsen erbeben;

Doch ob ihm zu Füßen der Abgrund klafftUnd ob ihn im Sturze der Berg mitrafft:

Elias beharret in ruhiger Kraft,

Ihn können die Felsen bedecken,

Nicht schrecken!

Da rötet unheimlicher WetterscheinDas finstere Felsengemäuer,

In purpurnem Glänze strahlet der Hain,

Der Himmel in loderndem Feuer;

Doch von Blitzen umzuckt und von Donnern umhüllt,Mit flatternden Locken, vom Mantel umwallt,

Steht aufrecht und hoch des Propheten Gestalt,

Und sterbend sinken die Flammen

Zusammen.

Und Gottes Sterne, so mild und so klar,

Erscheinen am himmlischen Bogen,

Und über die Berge kommt's wunderbar