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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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Wie Harfengelispel geflogen;

Im sanften Säuseln, im AbendwindErscheinet der Herr, barmherzig und lind,

Da neigt sich Elias , ein seliges Kind,

Und verhüllt sich, dem himmlischen Rauschen

Zu lauschen.

Und hast du's verstanden, o finstrer Thisbit,

Was der Herr dich auf Horeb gelehret?

Sieh, ob er auch Länder im Sturme zertrittUnd Städte mit Feuer verheeret:

Doch bleibt er die Liebe, die schonende HuldUnd heilet das Weh und vergibst die Schuld.

Und bist du sein Jünger, so trage GeduldUnd geh' dich im Dienen und Lieben

Zu üben!

(K. Gerok.)

176. Die Propheten und die ReligionIsraels . ( 33 )

Die endgiltige Vereinigung der israelitischen Stämmeunter den ersten Königen hatte das Nationalheiligtum, denTempel zu Jerusalem zustande gebracht und mit ihm in Ver-bindung eine zahlreiche Priesterschar. Was aber schlimmerwar, das war die äußere Pracht des Gottesdienstes. Denn,so sagte man, ist Iehovah größer und mächtiger als dieHeidengötter, so muß ihm auch größere Ehre erwiesen werdenund das geschah nun auf heidnische Weise: mit prachtvollenFestaufzügen und Opfern, Chören und Musik, Ausschmückungdes Tempels mit Silber und Gold, kostbarem Holz undEdelsteinen. Israel war aus dem besten Wege, wieder insHeidentum zurückzufallen.

Aber schon seit den Zeiten Samuels gab es Männer,welche mit aller Macht sich diesem Rücksall entgegenstemmten;man nennt sie Propheten. In den fortwährenden Kriegenzwischen Nord und Süd und mit fremden Völkern wiesen