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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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sende mich! Und nun sendet ihn Gott als Propheten unterein Volk, das nicht sieht mit sehenden Augen und mit offenenOhren nichts hört.

Jesaja war alt geworden, als er dies Erlebnis seinerJünglingsjahre niederschrieb; aber er brauchte sich nicht zuschämen; denn er war seinem Berufe treu geblieben.

Voll hoher Begeisterung war damals der Jüngling vomTempelberge herniedergestiegen. Aber niemand ahnte in ihmden Mann, der ein halbes Jahrhundert lang von entscheiden-dem Einfluß auf die Schicksale seines Volkes sein sollte. Instiller Zurückgezogenheit verbrachte er seine Tage, nicht ohnejedoch mit aufmerksamem Auge die Zeitläufe zu verfolgen.Erst ums Jahr 745 trat er öffentlich auf. Seine Mahnungenverhallten ungehört im Winde; weder König Jotham nochAhas ließen ab von ihrer kurzsichtigen Politik; schwere Schick-salsschläge suchten das nördliche Bruderreich heim und brachtenes an den Rand des Verderbens, schienen auch Juda in dieVernichtung hineinzuziehen.

Da starb Ahas und ihm folgte einer der besten und ver-ständigsten Könige Judas , Hiskia , den bald eine engeFreundschast mit dem Propheten verband. Die ausländischeRegierungspartei wurde gestürzt und strenge Maßregeln gegendie inneren Feinde ergriffen. Furchtbare Zeiten brachen an.Israel ging zugrunde und Juda war von Feinden umgeben.Jesaja war es allein, der in der allgemeinen Verzagtheitseine Ruhe nicht verlor und an dessen Zuversicht König undVolk Mut und Vertrauen wieder fanden. AIs endlich dieschlimmen Zeiten vorüber waren, konnte auch Jesaja , hoch-geachtet von seinem Könige und geehrt von seinem Volke,noch manches Jahr eine stille, segensvolle Friedenszeit ge-nießen und als Berater in Staatsgeschäften dem Könige treuzur Seite stehen. Er starb ums Jahr 700 und sein Andenkenblieb so stark, daß auch prophetische Schriften einer späternZeit ihm als Verfasser zugeschrieben wurden.