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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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180
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ein kleiner Knabe leitet sie. Kuh und Bärin weiden zusammen,zusammen lagern sich ihre Jungen und der Löwe frißt Strohwie das Rind. Ser Säugling spielt an der Natter Kluft, nachder Otter Höhle streckt der Kleine seine Hand. Denn voll istdas Land von der Erkenntnis Jehovahs gleich den Wassern,die das Meer bedecken."

Auf brüderlichem Herzen trägt der Prophet die Sehnsuchtnach der Wohlfahrt aller Völker und verläßt die Welt mitSegensverheißungen für die Feinde seines Volkes, die er seinLeben lang mit aller Kraft bekämpft hatte. Er starb umsJahr 700, fast gleichzeitig mit seinem königlichen Freund.

(nach Langhaus)

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und an denMenschen ein Wohlgefallen.

180. Der Prophet Jeremia . (35)

Etwa 70 Jahre üach dem Tode Jesajas trat ein andererProphet in Jerusalem auf, dessen Leben an schlimmen Er-fahrungen, an Undank und Verkennung reich war, Jeremia ,der Sohn Hilkias aus Anatot in Benjamin. Sein Volk hatihn nach seinem Tode als den größten aller Propheten ge-achtet; während der Zeit seines Lebens war er gehaßt, ver-höhnt, stets in Todesgefahr. Mächtig war nach dem Tode desfrommen Königs Josia das Heidentum mit seinem Götzen-dienst wieder aufgekommen; Mord, Diebstahl, Ehebruch,Meineid, nicht minder Gewalttat und Bedrückung schmerztenden Propheten um so tiefer, je inniger und heißer er seinVolk liebte. Umsonst sind alle Mahnungen; da verkündet erdas nahende Strafgericht. Er sieht in Nebukadnezar , demKönig von Babylon, die Zuchtrute Gottes, er weissagt denUntergang Jerusalems und die Verbannung des Volkes.Trotzdem will er nicht verzweifeln. Als Nation mag es unter-gehen und auch der Tempel wird verschwinden, aber Gott hat ihm große Aufgaben zugeteilt:

Siehe, es kommen Tage, spricht Jehovah , da ich mit demHause Israel einen neuen Bund schließe: Ich lege meinGesetz in ihr Inneres und schreibe es in ihr Herz, und ich