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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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Und sollt' er auch straucheln überall,

Er kann nach der göttlichen streben;

Und was kein Verstand der Verständigen sieht,

Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.

Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,

Wie auch der menschliche wanke;

Hoch über der Zeit und dem Raume webtLebendig der höchste Gedanke,

Und ob alles in ewigem Wechsel kreist,

Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.

Die drei Worte bewahret euch, inhaltsschwer,

Sie pflanzet von Munde zu Munde,

Und stammen sie gleich nicht von außen her,

Euer Inneres gibt davon Kunde.

Dem Menschen ist nimmer sein Wert geraubt,

So lang er noch an die drei Worte glaubt.

(F. Schiller .)

184. Vom Leben in den erstenChristengemeinden, (iio)

Die Veränderungen, welche die Lehre Christi in den Herzender Menschen hervorbrachte, konnte nicht im Innern verborgenbleiben; sie mußten sich im Leben und im Wandel offenbaren.Welch ein Unterschied, wenn man das Tun und Treiben derHeiden der damaligen Zeit mit dem Leben der Christen ver-gleicht! Diese lebten in der Liebe zu ihrem Herrn und zuihren Brüdern ein frommes, demütiges Leben, in aller Gott-seligkeit und Ehrbarkeit; sie nannten sich untereinander Brüderund waren bereit, für einander das Leben zu lassen. IhreKinder wurden in der Furcht des Herrn erzogen, ihre Sklavenmit Gerechtigkeit und Güte behandelt, ihre Armen, Kranken,Witwen und Waisen mit aufopfernder Sorgfalt gepflegt;auch der Fremde, sogar der Feind war nicht von dieser Liebeausgeschlossen. Ein heiliger, aber heiterer Ernst begleitete allesTun der Christen; ihr Blick war gerichtet aus das, was