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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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gebunden; doch hielten sie es für schicklich, morgens undabends und beim Genuß der Speisen zu beten. Am Tagedes Herrn pflegte man stehend zu beten, an den übrigenTagen wurde meist knieend gebetet.

Christliche Feste waren das Auferstehungssest, dem zweistille Tage, zum Andenken an den Tod Jesu , vorangingen;das Fest des heiligen Geistes und etwas später auch dasWeihnachtsfest. Außerdem pflegte jede Gemeinde die Tage,an welchen ihre frommen Lehrer oder Christen aus ihrerMitte als Märtyrer geblutet hatten, als ihre Gedächtnistageauszuzeichnen.

Die christliche Gemeinde übte strenge Kirchenzucht; dieunordentlichen Glieder wurden erinnert und ermähnt, wennaber jemand durch offenbare Sünden Ärgernis gab, oder inder Verfolgung Christum verleugnete, so wurde er als eindes Christentums Unwürdiger ausgeschlossen und nicht eherwieder aufgenommen, bis er deutliche Zeichen der Besserunggab.

Reisende Christen und solche, die der Verfolgung wegenaus ihrem Vaterlande flohen, brachten eine Bescheinigungihres Bischofs, daß sie wirklich Glieder der christlichen Ge-meinde seien und wurden dann überall als Brüder ausge-nommen. Das Zeichen, an dem sie sich gegenseitig er-kannten, war das Kreuz.

185. Mancherlei Gaben, aber Ein Geist. (i6i)

Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist, und essind mancherlei Ämter, aber es ist Ein Herr, und es sindmancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket allesin Allem.

Denn wie der Leib Einer ist und hat doch viele Glieder,alle Glieder des Leibes aber, obwohl ihrer viele, doch nur EinLeib sind, also auch Christus. Denn auch der Leib ist nichtEin Glied, sondern viele. So der Fuß spräche: Ich bin keineHand, ich bin des Leibes Glied nicht, sollte er darumnicht zum Leibe gehören? Und wenn das Ohr spräche: Ich