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k. Wiedererhebung Deutschlands . Vermittelst strenger Durch-führung der allgemeinen Wehrpflicht hob König Wilhelm I. von Preußendie Wehrkraft seines Volkes derart, daß Preußen der mächtigste Staatin Deutschland wurde. Das erweckte den Neid und die EifersuchtÖsterreichs, welches nun Hannover und die süddeutschen StaatenWürttemberg, Bayern, Sachsen und Hessen auf seine Seite brachte.Als aber ein allgemeiner Krieg ausbrach, siegte das trefflich gerüsteteund bestgeführte preußische Heer glänzend über alle Gegner (Königgrätz ,3. Juli 1866). Im Frieden zu Prag (23. August) mußte Österreich aus dem deutschen Bunde scheiden. Hannover, Hessen-Kassel, Nassau und die freie Reichsstadt Frankfurt am Main wurden preußisch. DieStaaten nördlich vom Main bildeten mit Preußen den norddeutschenBund, in dem der preußische König oberster Kriegsherr war. Diesüddeutschen Staaten aber schloffen mit dem norddeutschen Bund einSchutz- und Trutzbnndnis.
o. Der deutsch -französische Krieg (1870 — 71). Durch dasschnelle Anwachsen Preußens zum Großstaate wurde Napoleon III. sehrbeunruhiget. Weil seit dem letzten Kriege zwischen Preußen und Süd-deutschland eine große Erbitterung verblieben war, so wagte es derfranzösische Kaiser, an Preußen den Krieg zu erklären. Nun aberergriffen die sämtlichen deutschen Völker in begeistertem Kampfe dieWaffen gegen den Erbfeind der deutschen Einheit. In kurzer Zeiterrang die Kriegskunst der Deutschen die ruhmvollsten Siege (Weißen-burg, Wörth, Saarbrücken, Metz, Sedan). Die französische Armeewurde teils gefangen, teils vernichtet. Ja, selbst der Kaiser geriet inGefangenschaft. Die neue republikanische Regierung in Paris organisirteden Volkswiderstand gegen die Deutschen . Umsonst. Nach einer Vier-Monate dauernden Belagerung, und nachdem die deutschen Heere einengroßen Teil Frankreichs überflutet hatten, ergab sich Paris, und Frankreich mußte in die Abtretung von Elsaß und Lothringen an Deutschland einwilligen.
Während der Belagerung von Paris nahm König Wilhelm I. diedeutsche Kaiserkrone an, welche ihm die deutschen Fürsten nach Versailles überbrachten. Nach Beendigung des Krieges vereinigten sich alledeutschen Staaten zu einem Buudesstaate, genannt „das deutsche Reich."Dessen Verfassung bestimmt, daß ein vom Volk gewählter Reichstagdie Reichsverfassung, die Reichsgesetze und die allgemeinen Bundes-beschlüsse zu beraten und zu genehmigen habe. Die Ausführung der-selben ist dem Bundesrate und dem Reichskanzler übertragen. DieKaiserkrone, sowie der Oberbefehl über sämtliche Bundesheere, verbleibtden Königen von Preußen erblich. Durch diese Umgestaltungen istDeutschland an die Spitze der europäischen Staaten und zu einer Größeund Macht gelangt, wie nie zuvor, und übt gegenwärtig einen be-stimmenden Einfluß aus auf das Völkerleben in Europa .