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Am Hofe einer Exkönigin : aus dem Tagebuch einer Ehrendame der Königin Hortense / [Valerie Masuyer] ; eingeleitet und übersetzt von F. Schaltegger
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F. Schaltegger.

kennst, ausdrückt, hat Beifall gefunden; niemand hat ihn aufs Korn genommen, wederder Gerichtshof noch die Verteidigung. . . Trotzdem gibt's noch viele Leute, die mitSteinen nach uns werfen und nicht an unser Nichtwissen und unsere Unschuld glauben;die falschen und lügnerischen Insinuationen des Herrn Parquin stellen auch den gutenGeneral Voirol bloß, den diese unglückselige Geschichte um 10 Jahre gealtert hat. Erhatte alle Tage Fieber, und Du kannst Dir nicht denken, wie man ihn von allen Seitenaufs Korn nimmt, die Regierung voraus . . . Die Aussage Alphons über diese Fahrt ,nach Offenburg , deren Beweggründe er nicht angibt; meine Beziehungen zu Frau Gordon,unsere Freundschaft mit Herrn Vaudrey, mein Aufenthalt in Arenenberg , geben vielenLeuten die Überzeugung, wir seien auf dem laufenden gewesen bei der Verschwörung,und alle Aufklärungen des Prozesses werden vielen Leuten diesen Wahn nicht nehmen.Du weißt es, Fanny, ob ein Schatten von Wahrheit an solchen Vermutungen ist.

Herr Vaudrey an Frl. Masuyer.

Am 5. Januar.

. . . Sie können versichert sein, daß ich, wenn ich kann, mit dem größten Vergnügenauf die Einladung eingehen werde, die Sie mir übersenden. Ich sage: wenn ich kann;denn ich setze vorerst voraus, daß man mir meine Freiheit wiedergeben wird, und inzweiter Linie, daß man einer Peise keine Hindernisse in den Weg legen wird, die meinenAnhänglichkeitsgefühlen für den entspricht, den wir alle lieben, und dessen Schicksal unsso lebhaft bewegt.

Morgen beginnen die Verhandlungen. Man läßt uns hoffen, daß meine Gefangen-schaft, dw schon sehr lange dauert, mit ihnen enden wird. Ich wage noch nicht, michsolchen Hoffnungen hinzugeben. Indessen schöpfen viele Freunde diese Hoffnung, und manmuß sagen, sie ist nicht unwahrscheinlich . . .

Mittwoch, 11. Januar

Wir waren mit den Zeitungen beschäftigt. DieCommerce" sprach von derBroschüre des Herrn von Persigny, die Paris überschwemmt und dem Komplott desPrinzen ein ganz anderes Ansehen gibt. Andere Zeitungen brachten seine Proklamationen.Das Journal du Bas-Rhin endlich brachte die beiden ersten Prozeßverhandlungen. AlleAngeklagten haben einen Edelmut und eine Hingebung bewiesen, welche die Geschworenenzu ihren Gunsten stimmen muß. Aims war in allem angemessen; er hat nur gesagt,was er mußte, und hat nicht gesagt, daß Herr von Persigny der Gesandte desPrinzen war, noch, daß Herr Vaudrey beim Essen in Offenburg war. Der Gerichtshofselbst scheint nicht allzu übelwollend. . .

Oberst Parquin an Frl. Masuyer.

Straßburg , 1S. Januar 1837.

Fräulein, ich weiß nicht, ob's zu einer Verurteilung kommen, oder ob eine Frei-sprechung folgen wird. Gestern war Herr Barrot herrlich; heute war mein Brudererhaben, und was mich vor allem mit Freude erfüllt hat, das war die Art, wie diesebeiden Redner von der Königin und dem Prinzen gesprochen haben. . .

Laura an Valerie.

Straßburg , Mittwoch, 16. Januar 1837.

Alphons kommt vom Gericht und hat uns soeben verkündet, daß alles vorüber istund alle Angeklagten beinahe einstimmig freigesprochen worden sind. Ihr werdet über