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Am Hofe einer Exkönigin : aus dem Tagebuch einer Ehrendame der Königin Hortense / [Valerie Masuyer] ; eingeleitet und übersetzt von F. Schaltegger
Entstehung
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Am Dose einer Exkönigin.

Aufzeichnungen einer Lhrendame der Lönigin Lortense.

Übersetzt und kommentiert von

F. Schallegger.

(Fortsetzung?)

V. von Rom nach park.

») Der Carbonarmusstand in der Donmgna. Februar^Mär) 1831.

(^ch-^ährend die Königin Toilette machte, besprach ich, immer noch im Morgenkleide, dieAngelegenheit mit den Herren Delcinque^ und General Antonelli, als der Prinz v.Mnsignano erschien, ganz bewegt von dem, was er soeben vernommen, und sehr begierig,mehr darüber zu erfahren. Sein Kutscher war auch arretiert worden wen arretiertman nicht! Deshalb war er, um ihn zu reklamieren, zum Kardinal Pacca geeilt,hatte aber nicht mehr erreichen können als eine Zusammenkunft für später. Indessenhatte er vernommen, daß die Angelegenheit seines Vetters beigelegt sei.Welche Ange-legenheit?" fragte er uns, indem er dachte, es handle sich um Prinz Louis. Der Kardinalaber hatte den kleinen Prinzen Jsrome gemeint. Die Beilegung kam durch Vermittlungdes Fürsten Gagarin zustande, der für die Interessen der Königin Katharina, der Baseseines Fürsten, stets sehr tätig ist.

Im Augenblick war der Saal voll. Die Königin erschien und schickte mich fort,Toilette zu machen, was ich in aller Eile tat, um so bald wie möglich wieder zu ihrerHilfe bereit zu sein. Ihre Befürchtungen haben wieder Besitz von ihr genommen. Siesieht tausend Hindernisse auf dem Weg des Prinzen; sie ängstigt sich vor jenen einge-bildeten Gefahren, welche der Mutter Auge überall da sich erheben sieht, wo die Mutternicht ist. In solcher Geistesverfassung Eingeladene zu empfangen war eine Lage der-jenigen jener Sängerin gleich, die wir in Bologna mit Tränen in den Augen singengehört hatten?

Herr Delcinque, der eine Spielratte ist, verlangte einen Spieltisch. Nachher mußteman mit ihm tanzen. Ich veranlaßte den kleinen Piot, eine Arie zu singen. Frau

' Die Tagebuchblätter der Frl. Masuycr (Schriften XLV, Seite 92178, und XI,Vl, Seite105165) haben in unserm Leserkreis soviel Interesse an den Schicksalen der unglücklichen Königinerweckt, daß auf Wunsch des Vereinsvorstandes nun auch noch die erstmals überschlagenen Partien des-selben sukzessive zum Abdruck konimen. Unsere Erzählung setzt da ein, da der Prinz aus Rom ausge-wiesen worden war, weil er sich durch Verbindung mit den Carbonari, den italienischen Verschwörern,die aus dem Kirchenstaat und schließlich aus Italien einen Freistaat machen wollten, verdächtig gemachthatte. (Schriften XI.V, Seite 149).

2 Römischer Aristokrat, siehe Schriften XDV, Seite 132.

> Siehe ebenda, Seite 118.