Am Hofe einer Exkönigin.
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diese Neuigkeit sehr glücklich sein, und ich beeile mich, es Euch mitzuteilen, ohne eineBetrachtung daran zu knüpfen. Das war eine ernste Sache; diejenigen, die das Glückund die Ruhe ihres Vaterlandes wünschen, müssen darüber bestürzt und betrübt sein. —Wenn man denkt, wie täglich arme Soldaten zum Tod oder zu Kerkerstrafen verurteiltwerden wegen Disziplinfehlern, und wie Offiziere, die man festnimmt, welche die Waffenin der Hand ihre Truppen gegen die Regierung, die ihnen diese Waffen anvertrauthat, aufreizen, keine Strafe bekommen, so ist das ungerecht und sehr beunruhigend fürdie Zukunft; das ist die allgemeine Ansicht und Meinung über diese Affäre, bis aufeinige Hitzköpfe. Übrigens ist man .individuell zufrieden, sie gerettet zu sehen wegenihrer Familie, um derjenigen willen, die man kannte; die arme Frau Vaudrey namentlichmuß sehr glücklich sein.
Valerie an Fanny.
21. Januar 1837.
Ich sende Dir sehr schnell, meine gute Fanny, diesen lamentabeln Brief Laurasüber eine Nachricht, die uns ganz toll vor Freude macht. Ich hoffe, daß die Königin,die im Bett war, um Blutegel anzusetzen, davon eine heilsame Wirkung verspüren wird.Wir wußten die gute Nachricht schon zwei Stunden vorher durch Herrn Parquin, der,ihre Freisprechung meldend, beifügte, die ganze Bevölkerung sei an der Lust, und ineinem tollen Freudentaumel, daß man auf den Abend eine Illumination fürchte, und siealle seien sehr glücklich über die Sympathie, die ihr Schicksal einflöße. Du siehst, wernur eine Glocke hört, hört nur einen Ton, und das allgemeine Empfinden wird vonjedem in seiner Weise gemodelt. Ich konnte lange in allen Zeitungen über den Prozeßlesen und wiederlesen, ich habe nicht ein auf den Prinzen bezügliches Wort gefunden,das ihn mit diesem Fluch der Lächerlichkeit bedeckte, von der alle Briefe Laurasübersprudeln. Glücklicherweise waren sie nur das Echo des kleinen Kreises, in dem sielebt. Das Unglück trifft jetzt ihn allein und seine Mutter. Das ist ein Trost für sie.Ich umarme Dich, Valerie. Aus Anlaß der letzten Gerüchte über Mord und Aufruhr,die ohne Aufhören die Regierung Louis Philippes trüben, sagte die Königin: „DerMachthaber ist oft verblendet durch die Leute, die ihn umgeben . . Von weitemgewinnt man die beste Übersicht... In einem Wald hindert uns das kleinste Baum-blatt, das sich vor unser Auge legt, die nächsten Gegenstände zu sehen wie die fernsten . . .
Mittwoch, 25. Januar 1837.
Herr Parquin und Herr von Gricourt sind angekommen. Das erste Wort HerrParquins war: „Hat man Nachrichten von dem Prinzen?" Ich habe Herrn vonGricourt blaß, abgemagert und verändert gefunden; dergleichen Leiden setzen zu injedem Alter. Er hält die Sache für besser als je und trägt sich mit großen Hoffnungenfür die Zukunft. Aber man habe eine Zeitung nötig, und er wollte, daß man den„National" kaufe. Herr Parquin spürt seine Wunde nicht mehr, und der arme Mannist nur traurig über seine schlimmen Vermögensumstände. Die Herren von Persigny und von Gricourt waren beide unzufrieden mit Herrn Vaudrey. In verfehlten Affärengeschieht das immer: die Leute der nämlichen Partei geraten einander in die Haare.Das ist so wahr, daß Herr von Gricourt noch nicht mit Herrn von Persigny zusammen-treffen will, aus Furcht in Disput mit ihm zu geraten. Dieser arme Kleine hat auchseinen besonderen Kummer. Seine Mutter ist sehr streng mit ihm. Ihr Zorn über Vaudrey