Am Hofe einer Exkönigin,
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Ich trat mit lächelnder Miene bei der Königin ein. Sie sagte mir, man werdedie Operation nicht vornehmen, und ich freute mich mit ihr darüber. Sie hat ihremSohne geschrieben, um ihn zu beruhigen. Sie übergab mir ihren Brief zur Besorgung.Ich schrieb unter den Verschluß: „Kommen Sie zurück, schnell!" dann schickte ich ihnsofort an Herr Ammann ... Ich habe bei der Königin gewacht; sie litt große Schmerzen,nnd doch schlief sie besser als die vorhergegangenen Nächte.
Heute morgen ist Herr Conneau gekommen mit uns plaudern. Er ist am meistenunglücklich, weil am meisten verantwortlich. Lisfranc hat die Operation für unmöglicherklärt und glaubt nicht, daß sie ein halbes Jahr überlebe. Sauter meint, wenn manseinem Rat folge, könnte man ihr vielleicht noch ein Jahr oder zwei das Leben fristen.Schönlein meinte, man sollte die Operation wagen; aber, da Lisfranc sie nicht wageuwollte, hätte kein Mensch gewagt sie vorzunehmen. . . . Frau Salvage sagt, die Königin 'habe ihr Testament gemacht und sie zur Testamentsvollstreckerin bestimmt. Sie hat ihreinen Brief von Fr. Recamier gezeigt, der ihr Testament enthielt, und ihr alle ihreAbsichten anvertraute und sie hinwiederum bat, auch ihr Testament zu machen und ihrdasselbe Vertrauen entgegenzubringen. ... Sie hat der Königin gesagt, sie sei dazuentschlossen und wolle durch dieses Testament ihr Vermögen dem Prinzen vermachen.Die Königin, indem sie diesen Beweis ihrer Zuneigung annahm, hat natürlich sofortgetan, was man von ihr wünschte und sie so zur Testamentsvollstreckerin ernannt. Allediese Sorgen scheinen mehr verfrüht und im Grunde grausam. Ich bin untröstlich beimGedanken, daß sich möglicherweise das Übel verschlimmert hat, indem sie ihren Mut auf-bot, um in diese Operation einzuwilligen und sich darauf vorzubereiten. Aber Conneausagt, es datiere schon seit mehreren Jahren, und der goldene Ring, den sie trage undvon dem sie zu niemanden gesprochen habe, sei die erste Ursache ihres Übels, und vor5 oder 6 Monaten wäre es noch Zeit gewesen, es zu heilen. — Hätte sie in Paris einen Arzt konsultiert, so wäre sie gerettet gewesen; sie hätten ihr aber keine Zeit dazugelassen; sie haben sie getötet, und hätte man ihr gesagt, ihr Sohn gehe über Brasilien nach New Dort, so wäre sie nicht während 4 Monaten beinahe vor Angst vergangen.Herr von Briqueville hat ihr gestern geschrieben, um ihr zu versichern, der Prinz gehenach New Hort; Herr Buchon hat dasselbe an Herr Cottrau geschrieben, um die Königinzu beruhigen, falls ein Zeitungsartikel, der berichtet, die Andromeda gehe nach Cap Horn,sie etwa beunruhige.
Mit dem nach Liverpool fahrenden Postschiff habe ich Ihnen einen langen Briefgeschrieben und einen an Frl. Eugenie, und ich sende Ihnen diese zwei Zeilen über Havre ,damit die Nachrichten von Louis so schnell als möglich und auf die sicherste Weise inIhre Hände gelangen. Der Potomac, eine amerikanische Fregatte, die von Riv de Janeirohier eingetroffen ist, berichtet, sie habe die Andromeda mit dem Prinzen und die Didomit dem französischen Gesandten bei den Vereinigten Staaten dort verlassen, und 4 oder5 Tage nach ihr werden sie nach New Hork oder Norfolk, südlich von Baltimore , inSee stechen. In letzterem Falle werde ich sofort mich nach Norfolk begeben. Seitich in New Hork bin, habe ich Ihnen vier Briefe geschrieben, ferner einen von Liverpool