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Am Hofe einer Exkönigin : aus dem Tagebuch einer Ehrendame der Königin Hortense / [Valerie Masuyer] ; eingeleitet und übersetzt von F. Schaltegger
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F. Schalicgger.

und einen von London , wenn ich nicht irre, und ich hoffe, Sie werden mich dafür wenigstensbrieflich schadlos halten. Schreiben Sie mir lange Briefe und seien Sie so ausführlichwie möglich über Sie selbst. Meine beiden Briefe aus Florenz sind ohne Antwort ge-blieben; das ist ja recht tröstlich! Leben Sie wohl! Mögen die Abwesenden nicht immerden kürzeren ziehen. In meinem Fall wäre das Undankbarkeit. Leben Sie wohl, ichdrücke Sie an mein Herz.

Samstag, den 22. April 1837.

Dieser Brief, den ich heute erhielt, hat mich noch glücklicher gemacht als der vomTag zuvor, ich weiß ihn auswendig. . . Sauter ist gekommen und war entzückt, dieKönigin so wohl zu finden. Ich war vollkommen glücklich. . .

Arese an Frl. Masuyer.

New York , den 3. April 1837.

Ich bin glücklich Ihnen melden zu können, daß der Prinz in Norfolk angekommenist und daß er gesund ist; zum Beweise sende ich Ihnen beigeschlossen den kleinenZeitungsausschnitt. Dieser Brief wird Ihnen über Liverpool zugehen mit einem andern,den ich Ihnen vorgestern schrieb. Ich werde Ihnen auch ein paar Zeilen über Havresenden, um Ihnen diese Neuigkeit zu berichten. Vor 5 Minuten habe ich seine Ankunfterfahren. Meine Empfehlung an Madame (die Königin). Ich hätte ihr auch gerne ge-schrieben; aber ich will das Postschiff nicht verfehlen.

An die Großherzogin Witwe von Baden, im Namen der Königin.

1. Mai 1837.

Meine liebe Stephanie! — Ich bin so schwach, daß ich nicht nur nicht selbstschreiben kann, sondern auch kaum die nötige Kraft habe, diesen Bries zu diktieren. Ichhabe soeben einen kleinen Rückfall gehabt, von dem ich mich noch nicht ganz erholt habe.Ich kann nicht schlafen, nicht essen, und das schlechte Wetter hat für jetzt nicht wenigtnitgeholfen, mein gichtisches Leiden, das ganz unabhängig von meiner Krankheit ist undmir doch am meisten Schmerzen verursacht, zu verlängern. Um mich von meinem Leidenabzulenken, baue ich Luftschlösser, und mache Pläne, deren Erfüllung vielleicht noch einwenig auf sich warten läßt; denn ich bin noch lange nicht transportabel. Ich bitte Dich,wenn Du nach Wien kommst, lege ein gutes Wort für mich ein bei Herrn von Metter-nich. Ich wünschte österreichische Pässe, um nach Italien zu gehen; er möge so gut seinund Herrn von Bombelles den Befehl erteilen, mir welche für mich und für die Personenmeines Hauses auszufolgen, wenn ich sie von ihm verlange. Diesen Sommer werdeich vielleicht nach Jschl oder nach Aix im Savoyischen gehen. In meinen gegenwärtigenGesundheitsumsländen kann ich den Winter in hiesigem Klima nicht ertragen. Ich möchtenach Genua oder Neapel gehen, kurz ein mildes Klima aufsuchen, wie es mir die Aerzteverordnen. Ich bin so glücklich, daß ich meinen Doktor (Herrn Conneau) wieder habe; erversteht sich meisterhaft auf die Behandlung von Kranken, und ich kann die Pflege, diemir zuteil wird, nur loben.

Eben höre ich von meiner Schwägerin von all den Festen, die man in München gefeiert hat. Ich rate Dir, Deine Kräfte zu schonen, nicht, wie Du gewöhnlich tust, Dir