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F. Schaltegger.
nie so viel sprechen hören wie seit seiner Rückkehr, obgleich ich ihn wenig gesehen habeund er kaum einmal mit mir sprach. Ich gestehe, daß ich von dieser Gleichgültigkeittief verwundet war. Nach dem, was seit acht Monaten passiert ist, und dem, was ichdabei getan und wie ich seine Mutter gepflegt habe, grenzt das an Unhöflichkeit; er istso unglücklich. Samstag abend waren so viele im Zimmer der Königiu, daß ihr übelwurde. Sie bekam ihr Kopfweh während der Nacht, die nicht gut verlief.
Dienstag, 8. August.
Obgleich ich am Morgen früh aufstand, konnte ich die Königin doch erst spätsehen; entweder war ihr Sohn bei ihr, oder sie schlief. Einmal, als ich bei ihr war,fragte sie nach ihm: er spazierte mit Frau Salvage. Bei seiner Rückkunft kreuzte sichsein Weg mit dem meinen; aber er grüßte mich nicht. Dasselbe war der Fall beimFrühstück, wo wir neben einander saßen, ohne daß eines ein Wort zum andern gesagthätte. Ich bin verletzt durch sein Benehmen gegen mich; meine Empfindlichkeit undmein Ehrgefühl sind darüber gleicherweise empört. Das hatte ich denn doch von ihmweder erwartet noch verdient. Ich weiß wohl, daß alle Männer zu Haß annehmenalle Frauen, die sie nicht haben konnten, wenn sie Lust dazu hatten; aber ich glaubte,das sei nur der Fall gegenüber solchen, die sich andern preisgeben . . . Ach, mein lieberPrinz, was ist aus den Beweisen von Wohlwollen, Freundschaft, Vertrauen und An-teilnahme geworden, durch welche Sie mich Sie lieben gelehrt haben? — Verliere ichSie etwa darum, weil ich mir Ihre Achtung bewahren wollte? Was sind wir doch fürarme Frauen; wahrhaftig, es braucht für mich doch mehr als man glaubt, um rein undrechtschaffen zu bleiben.
Endlich ist die Königin ausgegangen. Man hat sie spazieren geführt; aber siehat bald genug frische Luft gehabt; wir brachten sie zu Bett und sind bei ihr geblieben,während ihr Sohn nach Gottlieben ' ging, von dem er entzückt ist, vielleicht um ihrVergnügen zu bereiten. In Bezug auf Unterhaltungsgabe hat er wirklich gewonnen.Früher mochte er sich keine Mühe geben. Jetzt spricht er mit seinem Herzen, seinemGeist und mit allem, was er an Edelmut und wahrer Überlegenheit hat.
Man sprach von der Iulirevolution und ob er nicht damals hätte nach Frankreich gehen sollen. Er sagte darüber, im ersten Augenblick habe Louis Philipp aller Weltgegenüber sich entgegenkommend gezeigt; er hätte wahrscheinlich auch ihn aufgenommen undzu seinem Adjutanten gemacht; er (Louis) hätte die Stelle angenommen, und nachherhätte er sich in ganz falscher Stellung befunden. — Ein anderer hätte sich in Rodo-montaden ergangen, statt dieses Geständnis zu machen. — Er ist in jeder Beziehungstets er selbst.
Nach Tisch war ich einen Augenblick mit Herrn Cottrau zusammen bei der Königin.Da kam der Prinz dazu. Es war schon dämmerig. Ich hörte ihm mit unverhohlenemVergnügen zu, und seine auf mich gerichteten Blicke sagten mir, es hange nur an mir,ihn zu finden; es scheint also, ich bin ihm doch ein wenig minder gleichgültig, als wieer sich den Anschein gibt. Ich habe mich abgewendet und als Herr Vieillard eintrat,verließ ich das Zimmer der Königin. Ich habe einen Gang ins Freie gemacht, undals ich zurückkam, sagte die Königin zu Herrn Cottrau, der ihr gute Besserung wünschte:
' Hortense hatte inzwischen das Schloß Gottlieben gekauft, das Jsrüme zu bezahlen nicht ver-mocht hatte.