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F. Schaltegger.
ständische Bewegung ein klägliches Ende genommen. Moden« hatte er nicht durchquerenkönnen, da er die Tore der Stadt verschlossen gefunden. Die provisorische Regierungvon Moden« war nach Bologna geflohen. Man hörte Kanonendonner; der Herzogvon Moden«, unterstützt durch seinen Bruder, den Erzbischof Maximilian, rückte mit2000 Kaiserlichen heran, um seine Staaten wieder in Besitz zu nehmen.
Am 8. bestätigte ein Besuch jener hübschen Marchesa Zappi geb. Poniatowsky, mitwelcher zusammen wir bei Onkel Bacciocchi diniert hatten, die schlimmen Nachrichten.Da sie schwanger war, wollte ihr Gatte sie an sichern Ort bringen; er fürchtete auch,der Eifer, mit welcher sie an Fahnen und Kokarden gearbeitet habe, könnte sie denBeleidigungen der Österreicher ausliefern.
Am 0. bei ihrer Abreise von Bologna waren die beiden Prinzen schon seit mehrerenTagen dort. Durch Armand! nach Ancona gerufen, hatten sie sich am 3. gelehrig dorthinbegeben und damit ihrem General eine Probe ihrer vollkommenen Unterwerfung gegeben,indem sie den Befehl, den er ihnen gab, sich nach Bologna zurückzuziehen, ausführten.
Ein Brief Armandis an die Königin hat diesen Zug mit Bewunderung mitgeteilt.„Eines Tages", schrieb er, „wird man wohl Tugend nennen müssen, was Tugend ist,und alle Diplomatenkünste der Welt werden daran nichts ändern." Er war soeben durchdie provisorische Regierung zum General ernannt worden nach der Einnahme vonAncona , das durch die Garnison ohne Widerstand übergeben wurde. Bon da eilte erselbst nach Bologna ; aber da er keineswegs hoffen konnte, die Stadt den Österreichernstreitig zu machen, ließ er die Stadt räumen und verteilte die „Armee " Front gegendie Pomündnngen auf eine Beobachtungslinie, die über Faenza, Lugo, Ravenna gingmit einer Reserve in Forli . Von da an hatten die Insurgenten zwei Verteidigungsfronten,die eine gegen die Österreicher, die andere gegen die Päpstlichen. Grabinski führte denBefehl im Norden, Sercognani im Süden; Armand! dazwischen befehligte nichts, aberleitete alles. In dieser unsicheren Lage setzten sie ihre Hoffnung auf die Hülfe Frank-reichs und verhielten sich still aus Furcht, jeden Augenblick von den Kaiserlichen an-gegriffen zu werden.
Von da an war Bologna nichts mehr als eine Mausefalle, wo unsere Prinzeneines schönen Morgens in ihrem Bett aufgehoben werden konnten. Die provisorischeRegierung hatte die Ungeschicklichkeit begangen, ihre Gegenwart daselbst bemerklich zu machen,indem sie ihnen Grade in der Nationalgarde übertrug. Armandi ließ diese Maßregelsofort annullieren, da sie geeignet war, sie den Österreichern zur Zielscheibe zu machen.Er schrieb von neuem an die Königin einen Brief, um sie zu beruhigen; im Falleiner Gefahr werde xr sie nach Ravenna schicken zu ihrem Vetter Rasponi. Aber siewußte auch, daß sie dann den Gehorsam verweigern, weil die Gefahr selbst sie nochenger an ihre Sache, wenn sie schlimm stände, binden würde und daß sie allein, dieMutter, sie davon trennen könnte.
Sie faßte also den Vorsatz, sich nach Ancona zu begeben und dort die Vor-bereitungen für eine Einschiffung nach Korfu zu treffen. Da wollte sie die Ereignisseabwarten und den Schritten ihrer Söhne aus größerer Nähe folgen und wieder imFalle der Not imstande sein, sie zu holen. Ich bemerkte hiezu, sie müßten dann erstnoch imstande sein ihr zu folgen. Nun hatte der König Ludwig, trotz ihrer beständigenReklamationen, sich immer geweigert, ihnen Pferde zu schicken, indem er dachte, sie aufdiese Weise zur Besinnung zu bringen. Pferde waren in seinen Augen neue Waffen