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2. Der Knabe schreibet weiter; da kommt ein lustig Vögelein;das picket an die Scheiben und schaut so schlau zu ihm herein.Es ruft: „Komm mit, der Wald ist grün, der Himmel blau,
die Blumen blühn!“
Den Knaben stört es nicht; zum Vogel kurz er spricht:„Erst lass mich fertig sein!“
3. Der Knabe schreibt und schreibet; da guckt der Apfelbaum
herein
und rauscht mit seinen Blättern und spricht: „Wer wird
so fleissig sein?
Schau meine Apfel! Diese Nacht hab’ ich für dich sie reif.
gemacht!“
Den Knaben stört es nicht; zum Apfelbaum er spricht:„Erst lass mich fertig sein!“
4. Da endlich ist er fertig. Schnell packt er seine Bücher einund läuft hinaus zum Garten. Juchhe! Wie lacht der Sonnen-schein !
Das Bäumchen wirft ihm Apfel zu; der Vogel singt und
nickt ihm zu.
Der Knabe springt vor Lust und jauchzt aus voller Brust.Jetzt kann er lustig sein!
25. Das seltsame Rezept.
Es ist sonst kein grosser Spass, wenn man ein Re-zept in die Apotheke tragen muss. Aber vor langenJahren war es doch einmal ein Spass. Da hielt einMann von einem entlegenen Hof eines Tages mit einemWagen und zwei Stieren vor der Apotheke still, ludsorgsam eine grosse, tannene Stubentüre ab und trugsie hinein. Der Apotheker machte grosse Augen undsagte: „Was wollt ihr da, guter Freund, mit eurerStubentür? Der Schreiner wohnt um zwei Häuser weiterlinks.“ — Dem sagte der Mann, der Doktor sei beiseiner kranken Frau gewesen und habe ihr wollen ein