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Viele Jahre vergingen; Matthäus Schinner war unter-dessen ein Geistlicher geworden und zu hohen Ehren und Wür-den gelangt. Da geschah es, daß der Papst einen Gesandtennach Bern schickte, und derselbe kam, gekleidet in Purpur undGold und mit stattlichem Gefolge. Dieser vornehme Gesandteaber war eben jener Matthäus Schinner, der einst als armerSchüler in Bern gelebt hatte. Wie er nun in Bern ange-kommen war, fragte er alsbald, ob seine gute Pflegemutternoch lebe. Als man dies bejahte, schickte man einen Diener-in ihr Haus, daß er dasselbe mit kostbarem Geräte ausschmücke.Dann begab er sich mit einigen Ratsherren dahin, grüßte dieFrau mit Achtung und Ehrenbezerigung und gab sich ihr zuerkennen. Sie wußte sich vor Erstaunen und Freude kaum zufassen und getraute sich nicht recht, mit dem vornehinen Herrnzu reden. Er aber ließ eine Mahlzeit herrichten, nahm die alteFrau an seine Seite und nannte sie vor all' ben Herren seinegute Mutter. Als dann die Mahlzeit geendigt war, schenkteer der Frau all' die kostbaren Geräte und Geschirre und überdiesnoch 200 Goldstücke. So wurde die Wohltätigkeit der armenFrau reichlich belohnt. Den Kardinal Schinner aber lobtendie Leute, weil er seine alte Wohltäterin nicht vergessen hatte.
35. Kitfe in der Kot.
Basel , heute eine große und reiche Stadt am Rheinstrome,wurde im Jahre 1356 von einem furchtbaren Unglück heim-gesucht. In denselben Zeiten nämlich verspürte man einigeMale, daß die Erde erbebte und die Häuser erschüttert wurden.Am 18. Weinmonat aber kam ein großes Erdbeben. Esgab so gewaltige Stöße, daß Türme und Kirchen, Schlösserund Häuser, Mauern und Tore mit fürchterlichem Krachenund Getöse einstürzten. Wer fliehen konnte, floh hinaus ins