31
freie Feld; aber über 300 Menschen wurden von den herab-stürzenden Steinen und Balken erschlagen und zugedeckt. Zu-dem brach noch Feuer aus, und viele Tage stiegen Rauch undFlammen aus den Trümmern der eingestürzten Gebäude.
Die Einwohner von Basel hatten Haus und Habe ver-loren und mußten aus freiem Felde ihre Hütten aufschlagen.Doch vertrauten sie auf Gott und suchten Hilfe und Unter-stützung bei ihren Nachbarn und Freunden. Überall fandensie Teilnahme, und selbst der Herzog Friedrich von Öster-reich, mit dem sie eben noch Krieg gehabt hatten, erzeigte ihnenMitleid und Freundschaft und schickte 400 Männer, welcheden Schutt aufräumen halfen. Indem die Basier Gott ge-lobten, auch fortan fromm und tugendhaft zu leben, gingensie nüt Mut lind großem Fleiße an das Werk, räumten denSchutt weg und singen an, ihre Häuser und Kirchen wiederaufzubauen. Gott segnete ihr Bemühen, und so gelang es ihnen,ihre Stadt wieder herzustellen, schöner und größer, als sie gewesenwar, und also steht sie noch bis auf den heutigen Tag. i
36. Tut Kutes denen, die euch hassen!
Zwei gottesfürchtige Familien wohnten in einem Dorferechts und links von einem feindseligen Mann. Er kränkteseine Nachbarn, wo er nur konnte. Eines Tages kam er miteinem großen Fuder Heu nach Hause und konnte es nichtabladen, sondern mußte es im Hofe stehen lassen. Es standein schweres Gewitter am Himmel; alle seine Leute waren aufden Wiesen beschäftigt, um wo möglich auch noch das übrigeHeu nach Hause zu bringen. Voll Sorge spannte er aus undritt in vollem Trabe auf seine Wiese zurück. Aber kaum warer fort, so eilten seine Nachbarn herbei und luden das Heu ab;sie taten auch noch eine ihrer Scheunen auf, damit ihr Wider-