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Schulbuch für den sprachlichen und realistischen Unterricht in thurgauischen Primarschulen : VI. Schuljahr / Lehrmittelkommission
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Nun vernahm man im Jahre 1858, das Nütli solleverkauft werden, und es war zu befürchten, daß der geheiligteBoden zu einem Tummelplatz geräuschvoller Vergnügungen be-stimmt oder durch eigennütziges Treiben dem freien Zutritt ent- \zogen würde. Da erließen gemeinnützige Männer einen Aufruf *an die schweizerische Schuljugend, daß dieselbe unter sich einefreiwillige Steuer sammle zum Ankans des Rütli. Der Aufruferregte in den Volksschulen große Bewegung. Die jugendlichenHerzen wurden von Vaterlandsliebe erwärmt, und Tausende vonKindern holten ihre Sparbüchsen hervor und baten die Eltern:

Lasset uns doch auch beisteuern zum Ankaufe des Nütli!

Freudig gewährten die Eltern diese Bitte, und Tag fürTag eilten nun Kinder mit fröhlichem Antlitz in die Schul-häuser und brachten den Lehrern ihre Beisteuern. Diese warenso zahlreich und so ergibig, daß die große Summe von 100,000Franken zusammenfloß. Nun vollendeten die Männer, welche *jenen Aufruf erlassen hatten, das schöne Werk. Sie kauften dasRütli, und dasselbe wird nun, gesichert vor jeder Entweihung,ein wohlerworbenes und wohlerhaltenes Eigentum der schweize-rischen Schuljugend bleiben für alle Zeiten.

47. Aienchen im Arühting.

Es war Frühling geworden; die Sonne hatte den Schneevon den Bergen weggeschienen; die grünen Grasspitzen kamenaus den welken Halmen hervor; die Knospen der Bäume brachen ,

auf und ließen schon die jungen Blättchen durchscheinen. Da ^

wachte das Bienchen aus seinem tiefem Schlafe auf, worin esden ganzen Winter gelegen hatte. Es rieb sich die Augen undweckte seine Kameraden, und sie öffneten die Tür und sahen,ob das Eis und der Schnee und der Nordwind fortgegangen