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Schulbuch für den sprachlichen und realistischen Unterricht in thurgauischen Primarschulen : VI. Schuljahr / Lehrmittelkommission
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wären. Und siehe, es war überall Heller und warmer Sonnen-schein. Da schlüpften sie heraus aus dem Bicneukorbc, putztenihre Flügel ab und probirten wieder zu fliegen. Sie kamenzum Apfelbaum und fragten:Hast du nichts für die hungrigenBienchen? Wir haben den ganzen Winter nichts gegessen." DerApselbaum sagte:Nein, ihr kommt zu früh zu mir; meineBlüten stecken noch in der Knospe, und sonst habe ich nichts.Geht hin zu der Kirsche!" Da flogen sie zu dem Kirschbaumeund sagten:Lieber Kirschbaum, hast du keine Blüten für unshungrige Bienen?" Der Kirschbaum antwortete:Kommt morgenwieder; heute sind meine Blüten noch alle zugeschlossen! Wennsie offen sind, sollt ihr willkommen sein." Da flogen sie zu derTulpe; die hatte zwar eine große farbige Blume, aber es warweder Wohlgeruch noch Süßigkeit darin. Die Bienchen konntenkeinen Honig darin finden. Da wollten sie schon wieder traurigund hungrig nach Hause zurückkehren, als sie ein dunkelblauesBlümchen an der Hecke stehen sahen. Es war das Veilchen;das wartete ganz bescheiden, bis die Bienchen kamen; dann aberöfsnete es ihnen seinen Kelch; der war voll Wohlgeruch undvoll Süßigkeit, und die Bienchen sättigten sich und brachtennoch Honig mit nach Hause.

48. Des Vliimkeins Wachstum.

1. Kindlein, kommt, ich will euch zeigen, wie das Blümchenwächst und blüht! Kommt ins Freie, wo das Augewunderschöne Dinge sieht!

2. Samenkörnlein fällt zur Erde, und mit Staub bedeckt'sder Wind; ruhig schläft es dann da unten, wie daswohlverwahrte Kind.

3. Manchmal niöcht's auch gerne trinken in der trocknenNiederung; dann spricht Gott zum Blumenengel:Eil'und bring' ihm einen Trunk!"