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O Thurgau, du Heimat, wie bist du so schön! / von J.H. Thalmann, Frauenfeld
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Gleichförmigkeit der Häuser Frauenfelds muß dagegenjedem Fremden auffallen und diese rührt daher, weilgegen Ende des vorigen Jahrhunderts die Stadt fastganz niedergebrannt und sodann wieder zu gleicher Zeitl aufgebaut worden ist. Da die damalige, ohnehin nicht

reiche Einwohnerschaft durch den Brand großen Schadenerlitten hatte, der durch die allerdings von überall herzahlreich eingegangenen Liebessteuern nur teilweise gedecktwerden konnte, so mußte schon aus diesem Grund vonluxuriösen Bauten Umgang genommen werden. Die Stadthat daher durchweg die Physiognomie größter Einfachheit,doch gereicht ihr das nicht zum Nachteil. In der letztenZeit wurde für die Verschönerung manches gethan. Diemeisten Geschäftsleute haben durch Erstellung großerAuslagefcnster dem Äußern der Häuser ein besseres Aus-sehen verschafft und damit nicht wenig zum schmuckenAussehen der Straßen beigetragen. Durch Erstellung vonTrottoirs durch die ganze Stadt, Beseitigung der vor-stehenden Haustreppen, Nenpflasterung oder Chaussierungder Straßen hat auch die Verwaltung das ihrige gethan,der Residenz einen etwas weniger kleinstädtischen Anstrichzu geben.

Wer zum erstenmal nach Franenfeld kommt, dem fälltvor allem das Schloß mit seinem gewaltigen, schwarz-braunen Turm aus.

Das Aussehen und die Bauart dieses Turins zeigen^ auf den ersten Blick das hohe Alter desselben an. Viele

glauben, er stamme noch aus der Zeit der Römer, andreaber behaupten, er sei erst m späterer Zeit, im Anfangdes Büttelalters, entstanden. Urkundliche Belege über dieZeit seiner Erbauung finden sich keine vor. Auf alleFälle muß diese weit ins Altertum zurückgelegt werden,das beweist die Bauart selbst, denn es gibt nur wenige