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Reiseziel und Entschluß.
Sehnsucht nach Sonne war es, was mich das Ziel meinerdiesmaligen Reise in Italien so weit nach Süden verlegenließ. Unter der 300 Nieter dichten Nebelschicht, die im Wintermanchmal wochenlang das Land zwischen Alpen und Jura inkimmerische Dämmerung versenkt, erwachen Zugvogelinstinktenach südlichen Breitegraden; von fernen Küsten träumt dasHerz, von stillen Buchten, wo Palmen stehen, wo es gutwäre, zwischen den Uferselsen im weichen weißen Sande zuliegen, über die grenzenlose Weite eines sanft atmenden Meereshinzublicken und von einer Sonne sich bräunen zu lassen,die den Menschen, die einst an jenen Gestaden lebten, einefreundliche Gottheit war, Helios von ihnen genannt wirrde,„der Nosselenker der Höhen, der mit glanzausschüttendemStrahl rings die Erde beherrscht, an Macht groß bei Götternund Menschen."
Und dies war das Zweite für die Wahl meines Reise-zieles: dem Zugvogeltrieb nach Wärme gesellte sich der Wunsch,irmKim OrusLiu, jenes einst griechische Italien zu bereisen,das man, wäre seine Geschichte nicht so gut bezeugt, beinahefür ein phantastisches Märchen halten möchte, da die Spurenseiner wundersamen Kultur bis auf wenige spärliche Restevom Erdboden völlig verschwunden sind. Lokri, Sybaris,Kroton, Metapont, nur noch in Namen — und diese zum