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Festschrift zum Jubiläum der Thurgauischen Kantonsschule 1903 : Geschichte der Gründung der Thurgauischen Kantonsschule, nebst Beiträgen zur Chronik und Statistik der Schule von 1853-1903 / von G. Büeler
(Rektor der Kantonsschule)
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würden, könne man keine guten Schulen schaffen und nicht soviel Licht verbreiten, als behauptet werde. Wenige kenntnisreicheMänner in einer Gemeinde nützten mehr als ein paar Dutzendmit einem Anflug unzusammenhängender Kenntnisse. Für einmalsollte man nur eine Schule gründen, aber eine solche, in der imAnschluß an eine gute Primarschule die Jünglinge aller Klassen eineregelmäßige, gründliche Vorbildung für ihren Beruf und zugleicheine sorgfältige Ausbildung ihres sittlichen Charakters fänden. Aufdiese Weise werde der Kanton in 15 bis 20 Jahren einige hundertjunge Männer haben, die es sich zur Aufgabe machen werden, inweitern Kreisen Bildung zu verbreiten und Bildungsanstalten zugründen. Die Schule müsse an den Ort verlegt werden, der ammeisten Vorteile biete; die Entfernung von einigen Stunden falledabei nicht in Betracht.

Auf die Frühjahrssitzung 1828 sollte die Direktionskommissionder Gemeinnützigen Gesellschaft sich für ein Projekt entscheiden.Nach einem Brief Mörikofers an Pupikofer vom 7. Mai 1828 1herrschte eine solche Uneinigkeit unter den Mitgliedern, daß Möri-kofer froh wäre, wenn die Verhandlungen zu einem ehrenvollen Endegeführt werden könnten. In vier Kommissionssitzungen konnte mansich nicht über einen Rapport einigen. Die Regierungsräte Hirzelund Freyenmuth wollten durchaus nur eine Schule für vermöglicheLandleute einrichten, wo von alten Sprachen keine Rede sein undnicht einmal die französische Sprache gelehrt werden sollte. Möri-kofer weigerte sich entschieden, in der Versammlung gegen seineUeberzeugung solche Ansichten vorzutragen. Aus dem gleichenBriefe an Pupikofer ergibt sich, daß die Kommission den Rektordes Pädagogiums in Basel R. Hanhart um ein Gutachten über dieErrichtung einer Kantonsschule ersucht hatte. In welcher StimmungMörikofer war, zeigt deutlich der Schlußsatz seines Briefes:MeineAnsicht ist nun nach genauer Kenntnis der Umstände und Menschen,daß für einmal noch alles unterbliebe, bis ein besseres Geschlechtin Wirksamkeit tritt. Wie sehr er mit seiner Ansicht das Richtigetraf, zeigte sich aus den folgenden Verhandlungen.

Die Sitzung der Gemeinnützigen Gesellschaft vom 19. Mai 1828wurde hauptsächlich den Fragen des Unterrichtswesens gewidmet.In der Eröffnungsrede zeigte der Präsident an, die Direktions-

1 Briefe an A. Pupikofer im Besitze der thurg. Kantonsbibliothek.