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Am See und im Land : Erzählung / von Conrad Uhler
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V.

Fastnachtdienstag. Auf dem See und im Landeringsum lag frostiger Nebel. Und in den Köpfen derLeute war auch nicht alles spiegelklar. Die gefrornenStraßen deckte eine ganz dünne Schneekruste; das warzum Herumschlendern, zum Hüpfen und Tanzen trefflicheingerichtet. Bald nach Mittag wanderten von oben undunten am See, auch herab von Egnachs Obstbaumwaldgrößere und kleinere Truppen fröhlicher Menschenkinderdem Hasenorte zu. Auch die Eisenbahnzüge des Thur-tals brachten viel müßiges Volk, selbst vom mißmutigenNachbardorf, wo man bei allem Neid recht neugierigwar, was der Jahrmarkt am See wohl feil bietenkönne.

Und im Dorfe selbst leerten sich die Häuser. Daheimblieb nur, wer zu Tollheiten gar nicht ausgelegt war.Auf dem Banhofplatz und den Straßen seitwärts undaufwärts wogte eine dichte Volksmasse durcheinander,und da die Reifröcke des Weibervolks gar viel Platzbrauchten, gab es oft klemmende Stockungen. Bunt-scheckige Masken, wunderliche Trachten, fremde Gästeaus aller Herren Ländern mischten sich unter die ver-wunderten Landleute. Das Leben des sonst stillen Dorfeswirbelte auf zu tollem Fasching. An Mummerei undschalkhaftem Schabernak schien jedermann Gefallen zuhaben. Noch waren die Kaufbuden zu beiden Seitender Straße geschlossen; auch das Karrussel, von derJugend erwartungsvoll umstanden, drehte sich noch nichtzum langatmigen Orgelspiel.