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Am See und im Land : Erzählung / von Conrad Uhler
Entstehung
Seite
86
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86 -IX.

Nicht nur Mutter Ursula hatte zum Beginn ihrerRagazerkur das schönste Iuniwetter, auch die Bauernweit und breit für den Heuet. Wer nicht unten amHasen, im Bahnhof und seinen vielen Schreibstuben zutun hatte, ging mit Sense, Gabel und Rechen auf dieWiesengründe, die damals noch bis ins Herz des See-dorfes hineinragten. Auch Susanne half wacker mit aufdem Landgute des jungen Gemeinderates.

An einem Mittwoch-Morgen jedoch fuhr jeder, deretwas galt im politischen Dorfrang und irgendwie vondringender Arbeit fortkommen konnte, nach Weinselden.Das Schicksal der Seetalbahn war wieder in nebelhafterSchwebe, dank der ruhelosen Energie des Parteiführersim Scherbenhof. Der alte Ringkampf sollte jetzt aufeiner andern Walstatt ausgesuchten und durch kühneSchlager zu Gunsten der Berglinie entschieden werden.Trotz sommerlicher Hitze versammelten sich die thur-gauischen Landesväter im Weinfelder Ratsaal. Wiederentbrannten dort hitzige Wortgefechte.

Ueber Romanshon aber lag am schicksalsschwerenTag satte Ruhe. Waren die Bahnzüge abgefahren unddie Boote außerhalb der Hasenmauer, kratzten die Fe-dern in den Bureaux weiter. Aus den Wiesen dörrte dieSonne das Gras, und die Mähder ruhten im Schattender Obstbäume und leerten die großen Mostkrüge.

Gegen den Abend jedoch rutschte ein schwerbeladenerLastwagen aus der Amriswiler Straße ins Dorf hinein.Weite, sestgestopste Säcke lagen zu hohem Fuder auf-