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Schulbuch für den sprachlichen und realistischen Unterricht in thurgauischen Primarschulen : VI. Schuljahr / Lehrmittelkommission
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21. Konrad Escher von der Linth .

Yor achtzig Jahren war die Gegend um den Wallen-stattersee und von da bis zum Zürichsee großenteils einungesundes Sumpfland. Das kam daher, weil die Linth,ein aus dem Glarnerland kommender Fluss, viel Gesteinund Morast mit sich führte und keinen rechten Abflusshatte. Nicht nur wurde hindurch viel gutes Land un-fruchtbar, sondern in dem Sumpfe entstanden auch aller-lei schädliche Dünste, welche mancherlei Krankheitenerzeugten. Die Bewohner jener Gegenden sahen blassund kränklich aus, und es gab Dörfer, in denen mehrals die Hälfte der Einwohner vorn Fieber und andernKrankheiten ergriffen wurden. Das Elend war gross, undder Ruf nach Rettung ertönte immer lauter; aber dasRettungswerk stiess auf grosse Schwierigkeiten. Es han-delte sich zunächst darum, die Linth in den Wallen-stattersee zu leiten, wo sie das Geschiebe ablagern konnte;dann sollte auch zwischen dem Wallenstattersee undZürchersee ein grosser Kanal gebaut werden. Alles abermusste zum voraus bis auf Einzelheiten überdacht wer-den, und die ganze grosse Arbeit musste unter einersichern, einheitlichen Leitung stehen.

Der Mann nun, der sich dieser Aufgabe mit vollerHingebung unterzog, war Konrad Escher von Zürich ,später Escher von der Linth genannt. Er übernahm dasganze Rechnungswesen, schloss persönlich die Verträgemit den Lieferanten und Arbeitsunternehmern ab undüberwachte alles. Fast täglich besichtigte er die ver-schiedenen Baustellen und half nach, wo etwas fehlte.Oft watete er Stunden lang auf sumpfigem Boden undermunterte die Arbeiter durch sein Beispiel.

Eines Tages war er vorn frühen Morgen an beiWind und Regen unter den Arbeitern und hatte vornHin- und Herlaufen durch Sumpf und Kot seine Kleiderganz beschmutzt. ,,Wie können Sie nur, sagte zu ihm