im Thurgau
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ein. An Stelle von 20 Inspektoren, die ihre umschriebenenKreise zu beaufsichtigen halten, traten 8 Dezirksinspektoren.Völlig neu war dann namentlich die Einführung der soge-nannten Visitation?) Den Inspektoren verblieb die Aussichtüber Verwaltungswesen, Schulgebäude, Gehaltsverhältnisse,Schulgüter usw. Sie waren gewissermaßen die Statthalterdes Erziehungsrates. Die Disitatoren dagegen beaufsichtigtenden eigentlichen Schulunterricht. Die Lehrer der Volksschulewaren nicht wählbar als Inspektoren, wohl aber als Visi-tatoren. Doch trifft man unter den letztem auch Männerwie Professor Orelli, Seminarlehrer Zingg und Scherr selbst.Scherr hoffte mit der Schaffung der Visitation zwei Ziele zuerreichen: 1. Belebende Wirkung auf den Gang des Schul-unterrichtes und 2. eine Erhöhung des Ansehens der Lehrerdadurch, daß ihnen selbst ein Anteil an der Schulaufsicht ein-geräumt werde. Der Erfolg entsprach indessen den Erwartungenkeineswegs. Im Gegenteil, es hat sich Scherr vielleicht mitkeinem Versuche gründlicher gelauscht als mit der Visitation?)Nicht nur die Inspektoren waren erklärte Gegner der Neuerung,auch die Lehrer nahmen sie nur ungern oder gar mit finstermTrotze an. Namentlich verurteilte man die Geheimtuerei, dasUeberfallsverfahren?) die Doppelspurigkeit oder gar Dreige-leisigkeit der Aufsicht^) und endlich die Unzulänglichkeit einer
sprach das Schlußwort. Siehe ferner Scherrs Ansichten überSchulaufsicht in Nr. 12 der „Lehrer-Zeitung" 1865: „Da mutz einInspektor manche Woche hindurch fast Tag für Tag ein Tramenabnehmen. Ein „Abnehmen" mutz dabei allerdings vorkommen,nämlich ein Abnehmen der Kräfte und der Teilnahme aus Seite desInspektors."
2) Ueber Jnspektorots- und Msitationswesen bestehen zwei Ver-ordnungen vom 12. August und 28. Dezember 1853.
") Die Enttäuschung klingt auch durch im Bilderbuch „NeueRettungshäuser" Seite 206.
Ein Schuloisitator überfiel die Schule, wies dem Lehrer füreine Stunde den Unterrichtsstoff an, ergriff nachher die Zügel selbst,um prüfend und unterrichtend den Wissensgrad der Schüler zu er-forschen. („Thurg. Zeitg." 11. Januar 1855.)
°) Launig plaudert im „Schulblatt", 22. Iahrg 1855, ein Lehrerhierüber wie folgt: Letzte Woche kommt der Schulinspeitor vr. S.