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Thomas Scherr im Thurgau / von Dr. Albert Leutenegger
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51
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im Thurgau

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inzwischen die Persönlichkeit von I. I. Wehrli in Hofwil")stärker in den Vordergrund getreten war. Wehrli nahm dennauch nach einigen Bedenken die Berufung an. Scherr kannteWehrli schon seit 1828?) Ms dieser nach Kreuzlingen über-siedelte, waren offenbar die beiden Seminardirektoren derMeinung, es werden sich zwischen ihnen nähere persönlicheBeziehungen ergeben. Wehrli schrieb am 21. September 1838nach Küsnacht:Ich hoffe Sie aber von Kreuzlingen ausöfters besuchen zu können, so wie ich Sie jetzt schon einlade,das Gleiche gegen mich zu tun", und er unterzeichnete dabeialsdankbarer Freund und Mitarbeiter"?) Aber zum er-warteten Freundschaftsverhältnis kam es nicht. Dienstlich zwarverkehrten die beiden noch gelegentlich miteinander. Sonst abermutz bald eine Entfremdung eingetreten sein, deren Ursachensich nicht mehr feststellen lassen. Es ist möglich, daß Wehrlider in Zürich aufkommenden Anklage Glauben schenkte, Scherr

später aber werden die Institute hie und da eingehen und die Nach-barn mögen sich alsdann vereinigen." Daß er einen Zusammenschlußvon Zürich und Thurgau für ein gemeinsames Seminar nicht ungerngesehen hätte, geht aus seinemHandbuch der Pädagogik", Bd. I,Seite 316, hervor. Ein seltsamer Zufall wollte, daß gerade Scherrin die Lage kam, der tatsächlich lange auf schwachen Füßen stehendenthurg. Lehrerbildungsanstalt den sichern Halt zu geben.

b) I- I- Wehrli, geb. 1790 zu Eschikosen, besuchte die Schuleseines Vaters und zwei Sommer die Stadtschule in Frauenfeld , machte1807 einen sechswöchigen Bildungskurs für Landschullehrer mit, wurdedann vorläufig Dachdecker, hieraus auf Wunsch des Schulrates Lehrerin Leutenegg, kam 1810 zu Fellenberg nach Hofwil, wo er sich alsLeiter der landwirtschaftlichen Armenschule und später der Bildungs-anstalt für Armenlehrer hohen Ruhm erwarb. Von 1826 an warer mehr an der Mittelschule und bei den Hofwiler Lehrerbildungs-kursen betätigt. 1833 nahm er die Berufung nach Kreuzungen an.Er trat 1853 zurück und starb 1855. Siehe Wehrlis Lebensbild vonPupikofer, dem auch Hunziker, Schlegel, Seifensieder, Mors u. a. folgen.

Er schreibt auf Seite 55 derBeobachtungen":Ich machteauch einen Abstecher nach Hofwil und freute mich besonders darauf,den berühmten Armenlehrer Wehrli in seinem Zwillichkleide unterden arbeitenden Knaben zu finden, traf ihn aber unglücklicherweisein gewöhnlicher Schreiberkleidung auf dem Komptoir."

Beobachtungen", Seite 164.