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Thomas Scherr im Thurgau / von Dr. Albert Leutenegger
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Thomas Scherr

hinter der Zeit zurückgeblieben denken, daß es gerechtfertigtgewesen wäre, Wehrli den Rücktritt nahezulegen. Einer solchenAnschauung widerspricht neben vielen andern Zeugnissen na-mentlich das klare und bestimmte Urteil Morss:SämtlicheLehrer erteilten ihren Unterricht mit gründlicherSachkenntnis, mit gewissenhaftem Eifer und miteinem Erfolge, wie ihn andere Seminare nichtbesser auszuweisen hatten. Es ist allerdings ausdrück-lich zu bemerken, daß Mors entschiedener Gegner Scherrs war;*)aber diese Feststellung genügt nicht, um sein Urteil über dieWehrlische Lehranstalt aufzuheben?)

b) Am nachhaltigsten wirkte unter den Lehrern der zuletztgenannte Vorwurf, Wehrli kümmere sich zu wenig umdie Verbesserung ihrer Lage. Auch für dieses Ver-säumnis konnte man den Angefochtenen bei gutem Willenentschuldigen. Er saß ja nicht, wie Scherr seinerzeit in Zürich ,im Erziehungsrate. Aber die Sache lag doch etwas anders.

und Landwirtschaft sind in anderm Zusammenhang kurz gekennzeichnetworden! In Naturkunde werden immerhin Begriffe wie absoluteund relative Bewegung erörtert; ferner die Ansichten von Newtonund Euler über das Wesen des Lichtes. Die Geographie zieht auchdie Astronomie in den Kreis der Betrachtungen. Dabei fällt die aus-führliche Behandlung der Sternbilder auf. Schüchtern wagt sich dieGeographie auch an die Geologie heran, Urgebirge und Uebergangs-gebirge werden genannt.Endlich, als schon die Erde mit großenLandtieren bevölkert war, bildete sich, wahrscheinlich durch eine großeFlut, das aufgeschwemmte Land (Diluvialboden), welches aus Sand-und Tonschichten, Mergel, lockern: Kalktuff besteht." Daß die Deutcku Nicki zum Urgebirge gerechnet wird, kann einem Ostschweizerwohl unbedenklich verziehen werden. Am ärmlichsten nehmen sichdie Hefte mit geometrischen und Freihandzeichnungen aus.

2) Schon bei der Anstellung wurde von Dekan Häfeli in Wädens»wil in einem Empfehlungsschreiben für Mors betont, er habe zwareinige Jahre das Scherrsche Seminar besucht. DessenMarimen"aber hätten ihm nie eingeleuchtet; dagegen gefallen ihm WehrlisGrundsätze sehr wohl.

b) Es ist an dieser Stelle noch zu sagen, daß Scherr, der sonstvom Kreuzlinger Seminar eine ungünstige Meinung hatte, dieTüchtigkeit Morfs anerkannte. (Brief an B. Steinmann vom ö. Ok-tober 1858.)