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Thomas Scherr
Seminars. Scherr hatte diesem schon im Sommer 1852einen Wink zukommen lassen, Wehrli gedenke zurückzutreten;er solle sich im Hinblick hierauf mit der Annahme einerStelle nicht übereilen. Nun aber folgte die Zeit, da derFortbestand der Kreuzlinger Lehrerbildungsanstalt überhauptin Frage gestellt war. Grunholzer schloß aus dem langenSchweigen Scherrs, daß von seiner Berufung in den Thurgaunicht mehr die Rede sein werde. Zu Anfang des Jahres 1853wurde indessen der Briefwechsel in dieser Angelegenheitwieder aufgenommen. Scherr gab Grunholzer allerlei Rat-schläge darüber, wie er die Wahlaussichten verbessern könnte?)Auch Häberlin nahm sich jetzt der Sache an. 2m April 1853,als die Ausschreibung der beiden Lehrstellen am Seminarerfolgte, meldete sich Grunholzer nicht, wurde aber gleichwohlvon der Hochstraße aus gut auf dem laufenden erhalten.Inzwischen war einiges von den Vorgängen an die Oeffent-lichkeit gedrungen. Der „Wächter" stand, wenn auch zögernd,für Grunholzer ein,2) in der „Thurgauer Zeitung" aberwurde schon seit 1852 unablässig vor Anstellung des ent-lassenen Seminardirektors von Münchenbuchsee gewarnt?)
Er schrieb am 23. März: Zuerst sollte Escher für dich beiKern ... ein kräftig Wort sprechen. Dann sollte von Seite deinesSchwiegervaters . . . Zehnders u. a. auf das lusts-milisu, nament-lich auf Regierungsrat Sulzberger, gewirkt werden. Dieser ist mitSteiger intim . . . Von großer Bedeutung ist auch Obergerichts-präsident Kappeler; aber hier steht's fatal. Er hielt sonst sehr zumir; nun ist's den Insinuationen von Professor Honegger ... ge-lungen, Kappeler gegen mich und dich . . . einzunehmen. . . . Undferner solltest du dann, so viel möglich im Stillen, Häberlin in Wein-felden und Burkhard in Bürglen besuchen, bald. Kannst du in niko-demischer Weise zu mir kommen, ist's auch recht.
2) Die Zögerung hatte ihren Grund darin, daß der Schriftleiterdes „Wächters" — Sekundarlehrer Rueß — sich selbst um die Direk-torenstelle in Kreuzlingen bewarb.
Unter Berufung auf die der heroischen Regierung nahestehendeZeitung Suisss " wurden in verschiedenen Einsendungen folgendeAnklagen gegen Grunholzer erhoben: Am Seminar zu München buchsee habe ein selbst den Zöglingen zugängliches Lesekabinett mitpolitischen Schriften bestanden; ein Schüler Grunholzers habe als