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Thomas Scherr im Thurgau / von Dr. Albert Leutenegger
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142
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Thomas Scherr

Häuser besuchte?) Einzelne seiner Beobachtungen hat er in den„Neuen Rettungshäusern" zu verwerten gesucht. 1861 unter-nahm er eine große Jtalienreise, die ihn bis nach Neapel führte.Seine Wanderfahrten hat er zum Teil selbst beschrieben,es sind indessen nur wenige dieser Reisebeschreibungen veröf-fentlicht worden. Die nachfolgenden Zeilen sind den „Skizzenaus der Reisemappe des Schulmeisters Ertramuros" ent-nommen, die Scherr im Jahre 1863 in der „SchweizerischenLehrer-Zeitung" veröffentlichte. Sie betreffen die Besteigungdes Vesuvs. Scherr vermeidet in der Erzählung die Formder ersten Person und gibt sich selbst den Namen Thomas:

„In der Region dieser Lavawüste, oberhalb der vielgenanntenEremitage, steht auf einem vorspringenden Hügel das Osssrvatorioinstsorolozico vasuvisno. Dasselbe wurde im Jahre 1844 neuerbaut und hat das Aussehen einer schönen und großen Villa; dienächsten Umgebungen derselben, sowie die Abhänge des Hügelssind mit Eeroächserde beschüttet und es gedeihen da Bäume undstrauchartige Pflanzen, Kräuter und Gräser. Das ganze nimmtsich in dieser trübseligen Oede wie ein lieblich erfrischendes Eilandaus, und an den Barrieren der geräumigen Terrasse öffnet sich einAusblick, einzig und unvergleichlich in seiner Art. Gerade unter-halb die Lava- und Schlackenwüste, deren Erhöhungen und Ein-senkungen mit bloßem Auge unterschieden werden und die, von hieraus gesehen dem Ganzen täuschend ähnlich, die Gestalt des in dunkelnWogen bewegten Meeres geben. Doch der Blick reicht über dieschaurige Wüste hinaus und erfreut sich an den Wassern des Golfes,die mit dem Gewölbe des Himmels eine azurne Fläche bilden, inwelcher die Sonne von oben her in Wirklichkeit, von unten herin klaren Reflexen ihren Strahlenglanz nach allen Seiten auszieht.Um diese Sphäre zieht sich der Küstensaum mit seinen schimmern-den Ortschaften....

Wie schon bemerkt, läßt die Gemütsaufregung die meistenWanderer kaum zum Nachdenken und zur ruhigen Besinnungkommen. Das Hinaufsteigen geschieht mit einer ängstlichen Hast...Thomas, der sechzigjärige, stieg vorwärts und vorwärts; aber es

h In einem Briefe vom 19. Juni 1857 schrieb er, daß er fol-gende Anstalten zu besuchen gedenke: a) Die Taubstummen- undBlindenanstalten von Wien, Prag, Berlin, Leipzig ; b) die Anstaltvon Dr. Georgens aus Schloß Liesing bei Wien ; c) das FletscherischeLehrerseminar in Dresden ; <1) die Anstalt für jugendliche Verbrecherin Waitzen; s) das Rauhe Haus in Hamburg ; k) die Fabrikschule inRiehen .