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Thomas Scherr im Thurgau / von Dr. Albert Leutenegger
Entstehung
Seite
151
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im Thurgau

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Denn ein Christentum ohne geistige Bildung wäre eine ArtDämmerung,' die menschlichen Seelen aber entfalten sich wieBlumen nur am Tageslicht." Eesangvorträge umrahmtendie erhebende Feier. Sie fand im Gemeindesaal des Schul-hauses, wo am Mittagstisch noch manches treffende Wortgesprochen wurde, ihren Abschluß und am 24. September inder Kirche zu Uster noch einen Nachhall. Dem schon er-wähnten, gedruckten Berichte über die Denkmalsweihe ist nochfolgendes zu entnehmen:

Der Männerchor Tägerwilen, von dortigen Lehrern geleitet,verschönerte diese traulichen Stunden durch meisterhafte Gesänge,wohl manchen von uns gemahnend an die Chöre desStorchen-zuges" einstens im Saale des Schlosses auf der Mainau . Aberdie Stunden rannen. Bald entführten uns die rastlosen Dampf-wagen und Schiffe die Freunde. Sie schieden mit herzlichem Hände-druck, den letzten Blick hinauf zu dem schweigenden Marmorbildeam Kirchbühl sendend . . .

Der Thurgau überhaupt hat Scherr ein freundlich und ehrendesAsyl gewährt. Sein Grab, sein Denkmal ist da, wo es ist, in treuer Hut."

Die thurgauischen Blätter wußten über die Feier vom9. September wenig zu sagen. Offenbar um ein Versäumnisnachzuholen, brachte daher dieThurgauer Zeitung" einenBericht, der dem Winterthurer Landboten " entstammte. Indiesem findet sich die folgende Beschreibung des Denkmals:

Mitten unter Kinderleichen und in der Höhe unter Bäumen,wohin in sinniger Weise die Ueberreste des dahingeschiedenenKinder- und Jugendfreundes verlegt wurden, ruht nunmehr derRegenerator der zürcherischen Schule. Die aus weitzem Marmorangefertigte Büste Scherrs steht in der Nische eines ebenso passen-den wie schön aufgebauten Grabsteines und tritt bei der dunklerenFärbung desselben zweckmäßig hervor. Sie ist in Lebensgröße nachdem Bilde gearbeitet, welches nach Scherrs Testament') in den Be-sitz des Seminars Küsnacht übergegangen ist."

Das ansprechende Grabmal auf dem Kirchhügel vonTägerwilen sorgt dafür, daß Scherrs Name im Thurgau nicht

Ueber Scherrs Testament teilt Bänninger einiges mit. Beiden angedeuteten Vergabungen handelt es sich um folgende Beträge:Dem Schulgut Emmishofen 500 Fr., der Anstalt Bernrain 100 Fr., demSchulgut Egclshofen 100 Fr., dem Schulgut Stadel bei Winterthur 200 Fr., dem Armengut der Heimatgemeinde Hohenrechberg 400 Fr.