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Aus vergangenen Tagen : Erinnerungsblätter / von J.J. Wälli
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Ermüdung und nicht, ohne daß ich hinter dem rüstig ausschreitendenVater zuzeiten weit zurückblieb. Aber nachdem ich zu Hause an-gekommen, einen stärkenden Kaffee genossen, waren auch meineKräfte schon wieder so weit restauriert, daß ich spielend mitKameraden auf der Gasse herumsprang.

Im Sommer und bei gutem Wetter war das Wandern desSchulweges eine Lust, wenn die Vogel sangen und aus der Fernedie Berge, Hörnli und Schnebelhorn, hinter ihnen der Mürtschen-stock und seine Genossen herüberwinkten. Wie oft habe ich sehn-süchtig zu ihnen hinübergeschaut und dabei mit Phantasiebildernvom Glück des Wohnens und Waltens auf ihren Hängen undTriften mich beschäftigt. Auch das Stammhaus des Geschlechtesim Bühl war an einer kürzern Stelle des Weges vor meinenAugen und erinnerte mich an der Däter Zeit. Aber im Winterund bei rauher Witterung war der Weg rauh und mühevoll.Während des Winters mußte ich den größer« Teil des Wegesbei Nacht zurücklegen. Da haben oft Füchse und Hasen den-selben vor meinen Augen gekreuzt, und das Bellen der erster«hat zuzeiten unheimlich die Einsamkeit um mich her bewegt. DieWinter meines Schulbesuchs von 1842 — 45 waren äußerst schnee-reich,- da hatte ich denn oft am frühen Morgen aus eine ganzehalbe Stunde bis nach Wila Bahn zu brechen durch einen Schneevon ein bis zwei Fuß Tiefe. Aber gerade das war meine größteLust, und ich erinnere mich nicht, daß es mich je ermüdet hätte.Im Gegenteil. Der Wind wehte an nicht wenigen Stellen denSchnee zu oft mannshohen Haufen. Da war denn keiner der-selben, den ich nicht durchwatet hätte, und wer meinen Fußstapsenfolgen wollte, riskierte stets, daß er in die tiefsten Schneehaufenhineingeriet. Es ist mir noch im Gedächtnis, wie das dem ver-storbenen Vezirksrat Isler von Wila widerfuhr und wie er darumgenötigt war, einen eigenen Weg durch den Schnee zu suchen.— An einer Stelle, auf dem sogen. Weißenstein, deckte eine solcheWindwehe nicht nur die Straße, sondern auch den hohen, ausDornen bestehenden, am Wege entlang führenden Grünhag. Ichversuchte es, darüber hinzuwaten, blieb aber im Dornengestrüppunter dem Schnee hangen. Erst nach langer, schwerer Arbeit,