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Am 10. April des Jahres 1810 gieng ich mit meinemVater nach Frauenfeld , voll Erwartung, in welche Klasse ichaufgenommen werden, welche Zukunft mir überhaupt bevorstehenwürde, was die Stadtjungen für Leute seien, und wie ich alsBauernknabe mit ihnen verkehren könnte.
Die Stadt Frauenfeld hatte seit der Reformation nach Kon-fessionen getrennte Sclnilen, und zivar je eine deutsche und je einelateinische Schule."- Lange Zeit begnügte man sich in der deutschenSckule der evangelischen Commune init einer einzigen Classe, die weilnickt allgemeiner Sckulzwang herrschte und die Ergeten-Borstadt(wenigstens um 1731) eine eigene Schule unterhielt, genügen mochte.Als aber der Eisenhändter Vogler im Frühjahr 1782 dem wachsendenBedürfnis nach besserer Beschulung durch ein namhaftes Legat ent-gegenkam, wurde schon damals eine zweite Klasse eingerichtet, zuerstprovisorisch, später definitiv. Der erste Präceptor bezog eine Besoldungvon 140 Gulden nebst Naturalzulagen in Scheit- und Reisigholz, derzweite eine solche von 170 Gulden mit Holz; außerdem bekam einjeder beim Examen 12 Buch .Handpapier. Weil aber die Commünediese Löhnungen auszahlte, so brauchten die Eltern kein Schulgeld zuentrichten. Allmälig entstand auch Mangel an Platz. Das bisherigeSchullokal, die ehemalige Niederstube der Konstafler auf dem unternThore, wollte nickt mehr genügen. Schon nach dem ersten Brande(den 19. Juli 1771) erwarb die Pflegschaft im August 1782 die Hof-statt des ehemaligen Wohnhauses von Baratt Würz (wo jetzt dasevangelische Pfarrhaus steht) um 30 Louisdor und besaß ohnehin schonlängere Zeit gleich nebenan die Hofstatt des ehemaligen Hauses derHerren Wehrli v. Grysfenberg (ivo jetzt das HauS des Herrn Wälder,Buchbinder, steht). Bei dem Brande vom 24. November 1788, vonwelchem vorzugsweise der untere Stadttheil betroffen wurde, giengdas alte Schullokal auf dem untern Thore in Feuer auf, so daß jetztgebaut werden mußte. Man erachtete es für zweckmäßig, auf denHofstätten neben der Kircke zwei Schulhäuser nach dem Bauplatte desBaumeisters Schiegg von Steckborn zu erstellen, welche bis zu Weih-
") Ueber das Schulwesen der Stadt Frauenfeld sehe man Näheresin unsern Beiträgen Heft 22, S. 10—71, und Pupikofers Gesch. derStadt Frauenfeld S. 171. 178. 317. 381. 440.
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