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Schuldirektor M. Schuppli : Geschichte eines Thurgauers / von J. Brüschweiler-Wilhelm
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In der Folge trat auch unsere äußere Erscheinung inEinklang mit den Gesetzen der Aesthetik, indem nur unsin Gang, Haltung und Kleidung einer maßvollen Ein-fachheit beflissen.

„Füße und Unterleib warm, Hals, Brust und Kopffrei" — „nach erhitztem Marsche sich nicht im Schattenniederlassen" — „verdorbene Luft macht das Schulzimmerzu einem unsauberen Teiche." — Die Weisheit dieser undähnlicher Räte sah ich erst recht ein, als ich infolge ge-schädigter Gesundheit zur größten Vorsicht gezwungen ward.

Auf „grüne Weide" führte Herr Schuppst uns inden Litteratnrstnnden; da ging's in die graue Vorzeit derGralssage, zu den Nibelungen, zu dem fahrenden SängerWalther von der Vogelweide oder zu Hans Sachs , demdichtenden Schuster, ins gemütliche Heim des WandsbeckerBoten, zu den heimlichen Vorlesungen des Karlsschnlers,endlich am liebsten ins stattliche Haus der Frau RatGoethe und zu ihres großen Sohnes glänzender Laufbahn.

Floras und Faunas Pracht wußte Herr Schuppstuns lieb zu machen, das Verständnis für das geheimnis-volle Keimen und Weben, Blühen und Sprießen in derPflanzenwelt uns zu erschließen, die physikalischen undchemischen Vorgänge im organischen Leben uns vorzuführen,Leben und Treiben in der Tierwelt uns beobachten zulehren. Botanik, Zoologie, Physik und Chemie lerntenwir nicht, weil wir mußten, nein, sondern aus Liebe znrNatur, die wir gerne näher kennen lernten.

Die Vorteile von Genauigkeit und Ordnung wurdenuns täglich ins Gedächtnis gerufen. Anmutige Ordnungherrschte in den Räumen, in denen Herr Schuppst weilte.Mit weiser Umsicht ward die Lcrnzeit abgemessen und