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Anreden und Gebethe am Weihungstage eines neuen Kirchhofs, gehalten in Erlen, den 26ten Herbstmonath 1819 / von J.K. Denzler, Evangelischer Pfarrer zu Sulgen
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So manchen anziehenden, freundlichen Punkt dieErde auch immer haben mag, so gibtS doch unlängbargewisse Orte, die uns vor allen ander» aus wichtig,theuer, unvergeßlich sind. Dahin zähle ich z. B. dieStätte, wo wir gebühren und erzogen worden sinddahin den Ort, wo wir in unsrer Jugend die glücklich-sten Tage und Stunden verlebt haben. Dahin den Ort,wo wir liebe Menschen zum ersten oder letztenmahlesahen dahin den Ort, wo wir irgend eine merkwür-dige Erfahrung machten. So gieng eS Jakob mit sei-ner nächtlichen Lagerstätte zu Bethet. Nur wenigeStunden hatte er darauf von den Ermüdungen der Reiseausgeruhet, und doch ist ihm um eines himmlischenTraumbilds willen dieser Ort so wichtig geworden, daßer ein Denkmahl aufrichtet, ihn einen heiligen Ort,ein HauS Gottes, eine Pforte des Himmelsnennt. Und gerade in diesem dreyfachen GestchtS-unkrerscheint uns nun auch die neue Begräbnisstätte, diewir heute unsern Todten anweisen.

I.

Einen heiligen Ort nennt Jakob am Morgen seinenächtliche Lagerstätte zu Bethet. Warum? Eines ent-zückenden Traums wegen, den er auf dieser Stellegeträumt harte. Er Hatte himmlische Erscheinungengehabt, und tröstende Worte auö Jchova's Munde ver-nehmen. Heilig nenne ich aber auch die Erde, woTodte, die im Herrn starben, schlafen. Ist doch derMensch dem, waü Jakob nur im Traume sah, in derWirklichkeit nie näher, als gerade dann, wann er seineirrdische Hülle abgelegt hat. Die Erde »st zwar überall

B