Buch 
Geschichte der deutschen Literatur in der Schweiz / von Jakob Baechtold
Entstehung
Seite
682
JPEG-Download
 

682

Die neue Zeit.

Argonauten des Apollonius", 1780 aus Pindar , Ovid , Virgil , Catull und Juveual.

Schüler und Freunde wurden von ihm zu ähnlicher Tätigkeitangeregt, so: der treffliche I. I. Stein drüchcl (17291796), derUebersetzer des Sophokles und EuripideS , als dessen Verteidiger gegenNieolaisBibliothek" Breitinger noch einmal mit einer Streitschriftauftrat; Joh. Georg Schultheß (s. o. S. 591), der HerausgeberderBibliothek der Griechischen Philosophen" (17781782); JohS.Tobler (s. o. S. 636), der einzelne Bücher aus Homer übertrug;sowie dessen Sohn G. Christoph Tobler (17571812), der denSophokles (1781), denbefreiten Prometheus" unddie Perser" desAeschylus (1782) unddie Argonauten" des Orpheus (1784) ver-deutschte; der originelle Johann Heinrich Maser (17131777),dem Bodmer ein Denkmal gestiftet hat, der Uebersetzer Lucians (1769bis 1773), dann aber auch Swifts (17561766) und Butlerö (1765);Felix Nüscheler (17381816), der Vcrdeutschcr von Plutarchs aus-erlesenen moralischen Schriften nebst Platos Menexenus (17681774);I. I. Hottinger mit Theophrasts Charakterschilderungen (1810) u. s-w.

Es war inzwischen um den Altenim Berge" einsam geworden.Im Frühjahr 1775 hatte er seine Professur aufgegeben. Die ZüricherMonatliche Nachrichten" berichteten den Rücktritt folgendermaßen:Den 24. April legte der um die vaterländische Geschichte und Lite-ratur höchstvcrdientc Herr Professor Joh. Jakob Bodmer, hohen Altershalber, die Stelle eines Professoris der vaterländischen Geschichtennieder, und wurde von U. G. Hhrn. des kleinen Rats zu einemProfessor erwählt: Herr Heinrich Füeßlin, zum Feuermörser, mit 22Stimmen. Herr Heinrich Hcß, Uhrcnmachcr, hatte 2."

Am 13. Dezember 1776 starb Breitinger eines plötzlichen Todes.Für sechSundsicbcnzig Jahre war der Körper gebaut, der Geist fürdie Ewigkeit" rief Antistes Heß im Schoße der asketischen Gesellschaftdem frommen GottcSmannc nach. Bodmer war aufs tiefste erschüttert.Der Vertraute meines Lebens, meiner Gedanken klagte er am15. Dezember gegen Schinz ,wird in der Hülle von Staub, in demLeibe des Todes Nicht mehr mit uns den Herrn anrufen; er lebtbei den Vätern Näher bei Gott und betet ihn an mit Wyß und denHeßen (Felix und Caspar).' Ein Schlagfluß traf ihn Freitag Abendsin seiner Wohnstube, als er am Tische etwas schrieb. Er war kurzzuvor aus einem Convcnt gekommen. Er ließ sich nur wenige Malin der Stube auf und nieder führen, dann ward er ins Bette ge-bracht, die Sinnlichkeiten vergiengcn und er gab wenig oder keineZeichen von Empfindung mehr von sich. Ich wußte nichts von dem