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gewahr; es fährt auf ihn ein der Diener Schar: „Hinaus mit dir,du schlimmer Geselle!" Und trieben ihn aus von Flur und Schwelle.Ja, einer tät' die Hund' auf ihn hetzen; doch die den Herren nichtverletzen.
^ Nun sinnet er nach, wie ihm gescheh'n, und sinnt bei sich imFürbaßgeh'n: Soll er das Haus mit Feuer strafen? Soll er die Sünderlassen schlafen? Man kann dem Bösen nichts Ärgeres tun, als ihnim Bösen lassen beruh'n; doch seht er ihnen noch Gnade aus. Dannkommt er an eines Armen Haus, das sieht gar klein und freundlichaus: Eltern und Kinder um einen Tisch, die essen einen gesott'nenFisch, der heut' dem Vater ins Netz gegangen, und haben's so gut nichtgehabt seit langem; ein kleines Hündlein hebt ein Bein; das Hündlcinwill auch gespeiset sein.
b Wie da der Herr hinzugetreten und sanft um eine Gabe gebeten,das junge Weib aufsteht gewandt und führt den Bettler an ihrer Hand;zu ihrem Tisch heißt sie ihn sehen, weil sie sich heut' an was Selt'nemletzen. Und Eltern und Kinder wurden satt, weil's ihnen der Herrgesegnet hatt', und sprachen: „Hab' Dank, Herr Jesu Christ, daß duunser Gast gewesen bist!" — Die Krumen streut sie hinaus zur Linde,damit auch das Vöglein Speise finde.
b Drauf setzt sich der Vater aus Kamin; sein junges Weib sitztzu ihm hin, stellt ihm sein Kleinstes auf den Schoß und läßt ihm zeigen„wie groß? — so groß!" Und lehrt's lieb haben den guten Mannund hat gar herzliche Freude daran. Der Herr sitzt ruhig und sanftdaneben; er fühlt das Herz sich heilig heben; der Menschen Leben undihre Lust überwältigt mit Wonne seine Brust. Es wird ihm wohler,es wird ihm trüber; dem Göttlichen gehen die Augen über; er wendetins Dunkel sein Angesicht und wehret den quellenden Tränen nicht.
' Die Knaben legen auf seine Knie' ein Buch, zu zeigen dieBilder drin: Die Hirten und Engel nachts auf dem Feld; dann wieihm das Kind in der Krippe gefällt; die heil'gen drei König' mitihrem Stern, Gold, Weihrauch und Myrrhen sie bringen dem Herrn;den jungen Tobias mit seinem Hündlein, zuletzt Knecht Ruprecht undChristkindlein.
^ Nun leget die Mutter ihr Kind zu Bett, das Vaterunser ihmlehren tät'; da schläft es ein mit nachbetendem Mnnd; die Mutterspricht: „Mein Kind, schlaf gesund!" Dann schafft sie dem Bettler einLager herzu; die Leutchen wünschen ihm gute Ruh', um, vor der kaltenNacht geborgen, in der Hütte zu schlafen bis zum Morgen. Da ruhtder Herr nun gern allein; es scheint der Mond ihm hell herein.
d Und als der Morgen begunnte zu tagen, steht er auf, sich hinwegzu tragen, dieweil verlöschen der Sterne Kerzen, und scheidet, sie segnendin seinem Herzen: „Bleibt immer arm, ihr guten Leut'! Den Armen