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Lehr- und Lesebuch für die Thurgauischen Volksschulen, 7. bis 9. Schuljahr / [Ignaz T. Scherr] ; bearbeitet im Auftrage des Erziehungsdepartements
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^ Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht, mir soll darob nichtbangen; auf leisen Sohlen über Nacht kommt doch der Lenz gegangen.

^ Da wacht die Erde grünend auf, weiß nicht, wie ihr geschehen,und lacht in den sonnigen Himmel hinauf und möchte vor Lust vergehe».

5 Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar und schmückt sich mitRosen und Ähren, und läßt die Brünnlein rieseln klar, als wären esFreudenzähren.

b Drum still! Und wie es frieren mag, o Herz, gib dich zufrieden!Es ist ein großer Maieutag der ganzen Welt beschicken.

? Und wenn dir oft auch bangt und graut, als sei die Hüll' aufErde», nur unverzagt auf Gott vertraut! Es muß doch Frühling werden!

81. Hefter Grund.

' Es ist ein tiefer Segen, der aus dem Wort' dir spricht:Erfülle allerwegen getreulich deine Pflicht!"

Das nehme wahr dein Wille wie gleichen Pendelschlag,der nur erst, schweigt er stille, die Ruh' dir stören mag.

^ Welch Ziel du magst erstreben, sei's nah, sei's hoch und fernweiht nicht die Pflicht dein Leben, so fehlt dein guter Stern;der Stern, der wunderhelle mit reinem Himmelslichtvon seiner ew'gen Quelle dir zum Gewissen spricht.

b Das Glück mag bilden, ründen, erhöh'n und Schmuck verleih'n;doch muß, um fest zu gründen, die Pflicht geschäftig sein.

Du freust dich am Gestalten und nennst mit Stolz, was dein;doch wahren und erhalten, das kann die Pflicht allein.

^ Wie sie mit freud'gem Sorgen ihr Tagwerk gestern tat,so tut sie's heut' und morgen und nimmt von sich nur Rat.

Der Lüg' und allem Schlechten geht sie bedacht vorbei;

Schritt hält sie mit dem Rechten, und dienend ist sie frei.

^ O halte sie in Ehren, die fromme Schaffnerin;sie bürgt noch im Entbehren dir köstlichen Gewinnund rettet dir aus trüber Bedrängnis dieser Welt,was übers Grab hinüber dir Wort und Treue hält.

82. Ein Samariter.

* Ist noch ein Rest von Lieb' in dir,o, geize nicht und gib ihn her!

Die reiche, menschenvolle Weltist ja an Liebe gar so leer.

2 Auf Märkten biete sie nicht feil, auch zu Palästen trag' sienicht; doch tritt dereinst an deinen Weg ein still verhärmtes Angesicht,