noch als diejenigen, welche auf diesem Standpunkte uns in die Augenfallen und die Blicke begrenzen.
Es ist uns hienieden nimmer vergönnt, mit einem Blicke dieganze Schweiz , das herrliche, teure Vaterland, zu überschauen, undwenn wir auch auf dem höchsten Gipfel der Alpen stünden, immer nurwürden einzelne Teile unsern Blicken erscheinen, einzelne Punkte inweiter Ferne, während oft die nächsten Gelände verdeckt und verborgenblieben.
Nur im kleinen, unzulänglichen Abbild, auf der flachen Kartezumeist, wird die Schweiz zum ganzen Überblick dargeboten. Doch istdie Kunst weitergegangen und hat in erhabener Arbeit einzelne Teiledes Alpengebietes so dargestellt, daß dem Auge Gebirge und Täler,Flüsse und Seen, Straßen und Pässe, grünende Weiden und starrendeFirnen und Gletscher anschaulich erscheinen. Ja, in einem kleinen,leicht übersehbaren Rahmen hat ein Künstler die Schweiz nachgebildetmit erhabener und vertiefter Arbeit, mit entsprechendem Farbenton,trefflich geeignet, dem aufmerksamen Beschauer allmählich ein richtigesBild in seiner Vorstellung zu begründen. Vor eine solche Karte tretenwir nun und suchen in einem Gesamtüberblicke die Schweiz zu erfassen.
Da fällt vor allem in die Augen, daß in unserm Lande hin-sichtlich der Gestaltung des Bodens drei Hanptgebiete zu unterscheidensind, welche im allgemeinen in der Richtung von Südwesten nach Nord-osten sich erstrecken. Zwischen dem Genfersee und dem Bodensce dehntsich ein verhältnismäßig ebenes Flachland aus, das durch zahlreicheHügelzüge in kleinere Gaue und Talschaften geschieden wird und an-nähernd °Vlo der Fläche der Schweiz bedeckt. Dies ist die schweizerischeHochebene, der bevölkertste und bestbebautc Teil unseres Landes. Ihrreihen sich zu beiden Seiten Gebirgslandschaften an: Jni Westen undNorden das Juragebiet mit einem Flächenraum von nahezu 50(zirka '/in der Schweiz ), im Süden und Osten die Alpen , der groß-artigste und an erhabenen Naturschönheiten reichste Teil unseres Vater-landes. Derselbe nimmt etwa der Schweiz ein.
Fassen wir nun das Alpcngebiet, wie es sich auf unserm Karten-bilde darstellt, näher ins Auge, so bemerken wir einen mächtigen Ein-schnitt, gebildet vom obern Rhonetal, dem Furkapaß, dem Urserental ,dem Oberalppaß und dem obern Rheintal. Diese gewaltige Furchereicht von der großen Beuge der Rhone (bei Martinach ) bis nach Chur ,und sie trennt das Gebiet der Alpen in eine südliche und eine nördlicheZone. Der südlichen Zone gehören die Walliser -, Tessiner - und Grau-bündneralpen an, der nördlichen die Berner-, Vierwaldstätter- und Glarner-alpen. In ihrer Gesamtheit bilden diese Gebirgsgruppcn den Riesenbauder schweizerischen Hochalpen, deren majestätische Pracht die Be-wunderung jedes Beschauers erregt.
Scherrs Schul- und Hausfreund.
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