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Lehr- und Lesebuch für die Thurgauischen Volksschulen, 7. bis 9. Schuljahr / [Ignaz T. Scherr] ; bearbeitet im Auftrage des Erziehungsdepartements
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347
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20 Hektoliter in der Minute, und somit kann nicht nur das Bad Pfäfersselbst, sondern auch die Kuranstalt Ragaz reichlich versehen werden.

Die Wärme des Heilwassers betrögt an der Quelle 30, bei denBädern 2829" U; es kann demnach nicht als ein heißes bezeichnetwerden. Dasselbe ist fast ohne Geruch und Farbe, kristallhell, rein undleicht; es enthält vielerlei mineralische Stoffe in sehr kleinen und feinenQuantitäten und wird zu Trink- und Badekuren benutzt.

Das Bad Pfäfers ist eines der ältesten und berühmtesten derSchweiz , welche ungcmein reich an Mineralquellen ist; man zählt derenüber 30 des ersten Ranges und über 200 des zweiten und dritten.

14. Das bewohnte Land.

Zwischen Genfersee und Bodensee , in einer Länge von über300 kw, und zwischen dem Jura und den Alpen, in einer Breitevon 50 60 kw, dehnen sich die tiefgelegeneu schweizerischen Länder-gebiete aus. Die Aare durchstießt einen großen Teil dieses Geländesin nordöstlicher Richtung und nimmt auf ihrer rechten Seite eine großeAnzahl aus den Alpen kommende Gewässer aus; auch auf der linkenSeite fallen noch die bedeutenden Alpenwasser der Saane und derSense ein und dann die aus dieser Seite vom Jura niederfallendenWasser. In nördlicher und nordwestlicher Richtung fließen durch diesesGebiet querhin die Reuß und die Limmat mit vielen beträchtlichenZuflüssen. Dieses reichbewässerte Land, obschon tief unter den Alpen und dem Jura gelegen, ist dennoch keine Talebenc, sondern nach allenRichtungen mit Höhenzügen, mit Ausläufern der Alpen und des Juras,mit vereinzelten Bergstöcken und unzählige» Hügelreihen besetzt. Durchdie von den Alpen und vom Jura anslanfenden Ouertäler kommendie Flüsse und Bäche und eilen den Haupttälern zu, in welchen die

größern Flüsse hinziehen. Alle diese Wassermassen eilen dem großen

Grenzflüsse, dem an der Nordgrenze Herabflutenden Rheinstrome zu. Weitzwischen die Gebirge der nördlichen Alpenreihe hinein ziehen sich tiefeTaleinschnitte, und da finden sich die meisten Seen der Schweiz . Dieseseben bezeichnete, zwischen den Alpen und dem Jura gelegene Geländeist reich gesegnet an Fruchtbarkeit und an Schönheit, und wenige Länderder Erde sind von Gott mit soviel herrlichen Gaben ausgestattet.

Genf , am westlichen Ende des Sees, zu beiden Seiten der Ufer

und auf einer Insel gelegen, ist voll regen Verkehrs, ein Sammelplatz

von Menschen aus allen Weltgegenden. Wer kennt nicht jene wunder-schönen Ufergelände, wo süße Trauben in reichster Fülle gedeihen, woprächtige Landhäuser mit ihren Gärten und Anlagen überall die Gegendzieren und eine reichgcbaute Ortschaft an die andere sich drängt?