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wo im Jahre 1900 nur noch zwei Fabriken mit 420 Arbeitern bestanden,welche 272, zz Grege produzirten.
In der Strohindustrie gab die Einführung der Bordüren-weberei Anlaß zum Fabrikbetrieb, der namentlich dann zu größerer Aus-dehnung gelangte, als man anfangs der vierziger Jahre anfing aufsog. Lacetstühlen Pferdehaargeflechte herzustellen. 1872/73 wurde einneuer Artikel für den Fabrikbetrieb eingeführt, die Baumwollspitzen oderTapes, von denen in den besten Zeiten jährlich ca. 1 Million Stückfabrizirt wurden. Durch die Einführung der Hutnähmaschine wurde dieKonkurrenz der billigen chinesischen Geflechte begünstigt. Doch ging durchden Wechsel der Mode und die Konkurrenz des Auslandes die Produktiondieser Industrie, welche in den sechziger Jahren für über 10 MillionenFranken Waren ausführte, namentlich in den achtziger Jahren sehr zurück.Seitdem hat sie sich allmälig wieder erholt und betrug ihre Ausfuhr imJahre 1900 rund 12 Millionen.
Der Wirlnvarenfaliriliation brachten die fünfziger Jahre all-gemeinen Aufschwung und größere Ausdehnung durch die Einführungder Rnndmaschinen, der verbesserten Kettenstühle, nebst den verschiedenensich anreihenden Hülfsmaschinen. Nach Beendigung des deutsch -französischenKrieges wurde sie durch vermehrten Konsum lebhaft angeregt und ent-wickelte sich zusehends. Ihren stärksten Impuls aber hatte diese Brancheohne Zweifel durch die Agitation für den Wolltricot erhalten. Dieselbeist Haus- und Fabrikindustrie zugleich. Ihre Produktion belief sich An-fangs der achtziger Jahre auf 6—7 Millionen, im Jahre 1900 auf12,, Millionen Franken. Der Export hat sich von 813,000 Frankenim Jahre 1878 auf 6,z Millionen im Jahre 1900 gesteigert.
Die Wollindustrie hat erst seit Mitte des letzten Jahrhundertssich aus schon vorhandenen Anfängen zur Bedeutung einer Großindustrieemporgeschwungen. Die Kammgarnspinnerei wurde von Deutschland ausvon 1866 auf 1867 zuerst in Schaffhausen eingeführt. Mangels einererheblichen schweizerischen Fabrikation einschlägiger Stoffe geht fast dieganze Produktion von Webgarn ins Ausland, wo Deutschland undÖsterreich ihre Hauptkunden sind.
Die neueren Versuche der Fabrikation ganzwollener Stoffe datirenvon den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts an. In den vierzigerJahren wurde im Kanton Bern der Bedarf an Militärtüchern bereitsvorzugsweise von Bernerfabrikanten gedeckt. Heute deckt unsere Tuchwebereifast den ganzen Tuchbedarf für die Armee-, Post- und Eisenbahnver-waltungen rc. Ganzwollene Civilstoffe werden immer noch zum größten