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Die Schweiz als Industriestaat / von Dr. Emil Hofmann, Nationalrat in Frauenfeld
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Mit Ende des Jahres 1900 waren für schweizerische Rechnung imAuslande 8411 mechanische Stühle im Betrieb, also 386 mehr als Ende1897 im Kanton Zürich und bloß 2034 weniger als in der ganzenSchweiz . Die 8411 Stühle verteilen sich folgendermaßen auf die ver-schiedenen Länder:

Deutschland .... 3,652Frankreich .... 1,445

Italien.1,256

Vereinigte Staaten . 2,058

Die Zweigniederlassungen schweizerischer Seidenfabrikanten im Auslandesind eine Erscheinung, die nicht so bald zum Stillstand kommt."

Daß die Berichterstattung mit dieser Behauptung recht hatte, gehtunter anderm auch aus dem letzten Jahresbericht des schweizerischenHandels- und Jndustrievereins hervor, in welchem die zürcherische Seiden-stosfindustrie folgendes hierüber meldet:

Der Absatz nach Deutschland geht stetig zurück, dafür mehrensich die schweizerischen Filialen am Rhein und im Elsaß ; die hohenZölle lassen zum Nachteil beider Länder keinen andern Ausweg übrig.Dadurch, daß unsere Industrie auswandert, schwächt sie einesteils dieschweizerische Prodnktionskraft und macht anderseits der deutschen Fabrikim eigenen Lande die schärfste Konkurrenz."

Im XXIII. Jahresbericht der Basler Handelskammer schildert1)v. Geering diese Erscheinung wie folgt:

Die Auswanderung der schweizerischen Industrie ins deutsche Grenz-gebiet hat im Berichtsjahre in ganz außerordentlichem Maße zugenommen.Zu dem Vorteil der Ersparnis des deutschen Eingangszolls Leim Absatz ihrer Produkte auf dem deutschen Markt ist als neuer Magnet die billigeund praktische Kraftlieferung von den Nheinfelder Kraftwerken hinzu-gekommen. Nicht nur an Ort und Stelle, in badisch Rheinfelden selbst,sind gewaltige Zweigetablissemente der Alumininmfabrik von Neuhausenund zürcherischer Seidenwebereien mit einer förmlichen Stadt vonArbeiterwohnungen wie über Nacht aus dem Boden gewachsen, sondernauch bis hart an die Basler Grenze hat dieser Vorzug seine Wirkungausgeübt. Zwei der ersten chemischen Betriebe Basels, eine pharma-ceutische und eine Farbenfabrik, haben Leim Bahnhof von Grenzach denAnschluß an die Krastleistung von Rheinfelden nach dem Wiesental ge-funden. Desgleichen eine Basler Tapetenfabrik und ein mechanischerBetrieb. So geht nun also doch auch das bisher so idyllische Grenzach dank der Kraftversorgung der Rheiufelder Werke einer industriellen