In den Jahren 1899 und 1900 hat sich der Export wieder gehoben.Derselbe betrug 6,6 bezw. 7,9 Millionen Franken. Den Entwickelungs-gang zeigt folgende Zusammenstellung:
Produktion in Mill. Fr.
Fabriken: Arbeiter:
Haus-industr.:
Ge-werbe :
Total:
der
Fabrik-
des
Ge-
im
Ganzen
Jahr:
industr.:
werbes:
1870
- —
—
—
26,845
—
—
—
1884
40 3,500
3,500
23,000
30,000
14
31
45
1900
— 9,000
—
18,000
—
34,9
25
59,9
Am ProduktionsWert des Handwerks sollen die Reparaturen mit un-gefähr 10 Millionen beteiligt sein und begreift man die folgende Klagedes schweizerischen Schuhmachermeistervereins vollkommen.
„Die Maß- oder Kunden-Schnhmacherei beschränkt sich auf die Ent-gegennahme und Ausführung von Neubestellungen und Ausführung derReparaturen. Da man mit der stets mehr überhandnehmenden Gewohn-heit, die Schuhe zu kaufen, rechnen muß, so sucht jeder bemitteltereMeister ein Ladengeschäft einzurichten, in dem er Fabrikerzeugnisfe zumVerkaufe bereit hält. Seine Fußbekleidung bestellt eigentlich nur noch,wer große Anforderungen zu stellen gewohnt ist und aus irgend einemGrund nicht im Laden kaufen kann.
In den Städten, wo leistungsfähige Maßgeschäfte von Ruf sich er-halten und neu etablirt haben, gibt es immer noch viele gute bürgerlicheFamilien, die am alten Gebrauch festhalten und ihre Aufträge demSchuhmacher zuwenden. Auf dem Lande vermögen einzelne leistungs-fähige Meister in neuer Arbeit noch ein Geschäft zu machen, im all-gemeinen aber geht die neue Arbeit dem Kleinmeister mehr nnd mehrverloren, es bleiben ihm nur noch die Reparaturen. Die Ursachen dieserErscheinungen sind bekannt. Die Schuhindustrie hat in neuester Zeitihre Fabrikate auf eine hohe Stufe der Vollkommenheit gebracht; dieSchuhmacher selbst haben den Verkauf vermittelt, weil es dabei zu ver-dienen gab".
Als weitere Widersacher des Schuhmacherhandwerks funktionirenendlich die Schuhindustrie des Auslandes, die Schnellsohlerei, die Bazarennd billigen Schuhwarenlager.
In der Schneiderei machte sich bei uns der Großbetrieb sozusagenvon dem Zeitpunkte an bemerkbar, wo fertige Kleider ihren Weg inunser Land gesunden hatten. Dadurch kam von Anfang der vierzigerJahre des letzten Jahrhunderts der Schwerpunkt des Kleidergeschästssuccessive in die Hände des Kaufmanns, des Tuchhändlers, des Jlurelisiiä-