Buch 
Die Schweiz als Industriestaat / von Dr. Emil Hofmann, Nationalrat in Frauenfeld
Entstehung
Seite
36
JPEG-Download
 

36

Jahre nur noch für etwa 70 Tage. Dem Rückgang des Getreidebaues,der Vermehrung der Bevölkerung und der Erhöhung der Lebenshaltungentsprechend zeigt die Getreideeinfuhr ein gewaltiges Wachstum.

Dieselbe betrug per Kopf der Bevölkerung im Jahresdurchschnitt von

INI187)51867-1871187618801807-1900

51.5 l<8'

In der Zeit von 18761880 wurde also auf den Kopf jährlich82,z kx mehr importirt als pro 18511855, trotzdem letztere für unsNotjahre waren. Seit 1851 aber hat sich die Kopfquote der Einfuhrmehr als verdreifacht. Dies wird auch daraus sofort begreiflich, daßnach Dr. Laur von dem Jahrcswcrt der schweizerischen Getreideproduktionim Betrage von 84,^ Millionen Franken etwa ^ wieder als Rohstofffür andere Betriebszweige der Landwirtschaft verwendet werden und nurden landwirtschaftlichen Betrieb verläßt, wovon aber wieder dergrößte Teil in den Haushalt des Landwirts übergeht, so daß der Land-wirtschaft aus dem Getreidebau heute nur noch wenige Millionen bareEinnahmen erwachsen.

>0 Milchwirtschaft und Birhzncht

Die Wirkungen dieses Umwandlnngsprvzcsses mochten sich bei unsetwas weniger schmerzlich fühlbar machen als der Übergang zur Vieh-zucht und Milchwirtschaft sich gewissermaßen leicht vollziehen konnte.

Unsere Väter sind ein Hirtenvolk genannt worden. Vorliebe fürViehzucht hat sich, unterstützt durch die Natur des Landes, auch bei denEnkeln erhalten. So hat die Schweiz auch heute noch einen äußerststarken, und es darf beigefügt werden, sehr schönen Vichstand. Er bildeteinen der größten Reichtümer des Landes. Es gibt wenige Gegendenin der Schweiz , von den hohen Alpen bis in die üppigen Niederungen,welche sich nicht vorzüglich zur Viehzucht eignen."

Schon gegen das Ende des 18. Jahrhunderts waren die Fettkäseunserer Alpen durch unternehmende Handelsleute in ferne Gegenden ge-bracht worden und hatten dort den Weltruf dieses Produktes begründet.Aber die Ausfuhr bewegte sich noch in engen Schranken und brachte eserst Mitte des dritten Jahrzehntes des 19. Jahrhunderts auf 10,000 (>per Jahr. Die Entwickelung der Straßen, der Bau der Eisenbahnenbrachten einen großen Aufschwung in die Milchindustrie, während dieEinführung des Knnstgrasbaus und der Stallfütternng, sowie die Bildung